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Nach dem Streitgespräch: Simpsons machen TV-Duell Konkurrenz

Er duellierte sich mit der Kanzlerin und spürt nun Rückenwind: Frank-Walter Steinmeier gibt den selbsternannten Publikumsliebling. Dabei haben drei Millionen Zuschauer lieber die politikverdrossenen Simpsons geguckt. ( Video)

Oh Gott! Ein Politiker-Duell auf allen Kanälen! Die Simpsons machen sich davon - und nehmen die Zuschauer mit.
Oh Gott! Ein Politiker-Duell auf allen Kanälen! Die Simpsons machen sich davon - und nehmen die Zuschauer mit.
Foto: dpa

Berlin. SPD-Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier sieht seine Partei nach dem TV-Duell mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) gestärkt für die Schlussphase des Wahlkampfes. "Das gibt uns Rückenwind für die nächsten 14 Tage, jetzt auf der Zielgerade war und ist das notwendig", sagte der Außenminister am Montag in Berlin am Rande des Gewerkschaftstages der IG Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU).

Er selbst sei mit der Auseinandersetzung am Sonntagabend auch mit Blick auf die danach erhobenen Umfragen sehr zufrieden. "Bei der Diskussion um Inhalte sind Unterschiede deutlich geworden. Darum ging es."

Der zynische Zeichentrickheld stößt bei manchem Fernsehzuschauer auf mehr Interesse als Frank-Walter Steinmeier.
Der zynische Zeichentrickheld stößt bei manchem Fernsehzuschauer auf mehr Interesse als Frank-Walter Steinmeier.
Foto: dpa

Sieben Millionen steigen aus

Die Zuschauer haben dem Streitgespräch trotz allem eine maue Einschaltquote beschert. Fast sieben Millionen weniger Zuschauer als die Ausgabe 2005 hat das TV-Duell am Sonntagabend erreicht.

Der Kanzlerkandidat sieht sich nach dem TV-Duell gestärkt.
Der Kanzlerkandidat sieht sich nach dem TV-Duell gestärkt.
Foto: afp

Nach dem harmlosen Aufeinandertreffen von Kanzlerin Angelika Merkel (CDU) und Herausforderer Frank-Walter Steinmeier (SPD) könnte der Rahmen für künftige TV-Duelle deswegen deutlich kleiner ausfallen: "Die Duelle sollten in der Zukunft von weniger Sendern und weniger Interviewern gestaltet werden", sagte Lutz Hachmeister, Direktor des Institut für Medien- und Kommunikationspolitik am Montag.

"Sat.1 sollte sich schon aus Selbstschutz vom Duell verabschieden", sagte Hachmeister, Initiator der unabhängigen Expertenkommission mit Journalisten und Wissenschaftlern nach dem Vorbild der US-amerikanischen "Commission on Presidential Debates". "Für den Sender war die Veranstaltung ökonomisch und publizistisch ein Reinfall. Auch RTL sollte sich fragen, ob das Ganze aus wirtschaftlichen Gründen noch Sinn macht."

Insgesamt 14,18 Millionen Zuschauer auf ARD, ZDF, RTL und Sat.1 wollten den wenig brisanten verbalen Schlagabtausch von Merkel und Steinmeier sehen - vor vier Jahren hatte das Duell zwischen Merkel und Gerhard Schröder (SPD) noch 20,98 Millionen Menschen gereizt.

Die ARD schalteten immerhin noch 7,86 Millionen Zuschauer (22,7 Prozent Marktanteil) ein. Das ZDF musste sich mit 3,47 Millionen (10,3 Prozent) begnügen, RTL mit 2,06 Millionen (6,1 Prozent) und Sat.1gar mit 0,79 Millionen (2,3 Prozent).

Zum Vergleich: Den Animationsfilm "Die Simpsons" sahen auf ProSieben 3,45 Millionen Menschen (10,3 Prozent). In der jüngeren Zielgruppe der 14- bis 49- jährigen Zuschauer verbuchte er sogar einen Marktanteil von 19,8 Prozent. Das TV-Duell schaffte beim jungen Publikum insgesamt 33,3 Prozent. Das ist zwar besser als der Trickfilm, aber angesichts der Bedeutung des Ereignisses auch nicht berauschend. (dpa)

Datum:  14 | 9 | 2009
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