Tel Aviv/Jerusalem. Eine Vertreterin der israelischen Atombehörde und ein iranischer Repräsentant haben sich vergangenen Monat mehrmals in Kairo getroffen, um über eine atomwaffenfreie Zone im Nahen Osten zu sprechen. Der Sprecher des israelischen Außenministeriums, Jigal Palmor, bestätigte am Donnerstag, ein solches Treffen habe stattgefunden. Es sind die ersten Gespräche dieser Art seit der Islamischen Revolution im Iran im Jahre 1979.
Israel gilt als einzige, aber nicht erklärte Atommacht im Nahen Osten und hat mehrfach zu verstehen gegeben, ein iranisches Atomwaffenprogramm notfalls durch einen militärischen Angriff stoppen zu wollen.
"Es gab in einem regionalen Zusammenhang mehrere Treffen zwischen einer Vertreterin unserer Kommission und einem iranischen Regierungsvertreter", sagte die Kommisssionsprecherin Jael Doron. "Die Treffen fanden hinter verschlossenen Türen statt."
Es habe keine direkte Interaktion zwischen den Repräsentanten Israels und des Irans gegeben. "Er hat gesprochen, sie hat gesprochen, aber es gab keinen Dialog."
Die Treffen seien von Australien organisiert worden. Weitere Einzelheiten könne sie nicht mitteilen. Ohnehin sei ursprünglich absolute Vertraulichkeit vereinbart worden, die aber inzwischen von dritter Seite durchbrochen worden sei.
Nach Informationen der israelischen Tageszeitung "Haaretz" war bei den Gesprächen von israelischer Seit Meirav Safari-Odis, von iranischer Seite der Delegierte bei der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA), Ali Asghar Soltanieh, vertreten.
Die Gespräche fanden dem Bericht zufolge am 29. und 30. September in Kairo statt, laut "Haaretz" sollen an ihnen auch Vertreter aus Jordanien, Ägypten, Tunesien, Marokko, Saudi-Arabien, den USA und der Europäischen Union teilgenommen haben.
Wie "Haaretz" weiter berichtete, fragte Sultanijeh die israelische Vertreterin bei einem der Treffen direkt, ob ihr Land Atomwaffen besitze. Darauf habe diese nur mit einem Lächeln reagiert. Safari-Odis soll ihrerseits die Bereitschaft Israels zu Verhandlungen über eine atomare Abrüstung im Nahen Osten hervorgehoben haben. Dazu müsse es aber eine Friedensregelung geben.
Iran dementiert
Wie das staatliche iranische Fernsehen auf seiner Internetseite berichtete, dementierte der Sprecher der iranischen Atombehörde, Ali Schirsadian, die Angaben über die Gespräche mit Israel.
Er sprach demnach von einer Lüge und einem "Akt der Propaganda", die darauf abziele, die jüngsten Gespräche über das iranische Atomprogramm in Genf und Wien zu belasten. Der Iran steht im Verdacht, unter dem Deckmantel der zivilen Nutzung der Atomenergie eine Atombombe zu entwickeln.
Israel und USA beginnen gemeinsames Luftabwehr-Manöver
Israel und die USA haben am Mittwoch mit einem gemeinsamen Luftabwehr-Manöver begonnen. Bei der Übung mit dem Codenamen "Juniper Cobra" sollen zwei Wochen lang vor allem land- und seegestützte Raketenabwehrsysteme beider Staaten erprobt werden.
Ein israelischer Rundfunksender zitierte einen ungenannten Armeekommandeur mit den Worten, der Test diene der Vorbereitung für eine Konfrontation mit dem Iran. Sprecher beider Seiten wiesen dies zurück und erklärten, das Manöver stehe in keinem Zusammenhang mit weltpolitischen Ereignissen.
Israelische Armee attackiert Tunnel
Die israelische Armee hat nach dem Abschuss einer Rakete aus dem Gazastreifen einen Angriff auf das Palästinensergebiet geflogen. Wie ein Militärsprecher sagte, wurden in der Nacht zum Donnerstag im nördlichen Gazastreifen eine Waffenfabrik und im Süden zwei Schmugglertunnel an der Grenze zu Ägypten bombardiert. Über mögliche Opfer wurde zunächst nichts bekannt.
Zuvor war nach Armeeangaben von palästinensischer Seite eine Rakete abgefeuert worden, die im östlichen Teil der israelischen Negevwüste einschlug. Verletzte oder Schäden gab es demnach nicht. Nach Armeeangaben wurden in den vergangenen drei Jahren mehr als 60 Raketen aus dem Gazastreifen auf Israel abgefeuert.
Israel hatte seine Militäroffensive gegen die den Gazastreifen kontrollierende radikalislamische Palästinenserorganisation Hamas zu Beginn des Jahres mit dem anhaltenden Beschuss mit Raketen aus dem Palästinensergebiet begründet. Bei der dreiwöchigen Offensive wurden mehr als 1400 Palästinenser getötet, unter ihnen zahlreiche Frauen und Kinder. Auf israelischer Seite starben 13 Menschen. (dpa/afp/rtr)
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Damir Fras ist unser US-Korrespondent
Olivia Schoeller berichtete zuvor aus Washington
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