Jerusalem. Israels Regierung hat Forderungen von EU-Politikern, eine Intensivierung der Beziehungen an Fortschritte im Friedensprozess zu binden, zurückgewiesen. Man werde sich von Europa in Fragen, die an zentrale israelische Interessen rührten, nichts vorschreiben lassen, hieß es. Auch Premier Benjamin Netanjahu nutzte den Besuch seines tschechischen Amtskollegen Mirek Topolanek, um den Rufen aus Brüssel zu begegnen. "Stellt uns keine Bedingungen", sagte er. Israel sei an Frieden nicht weniger gelegen als der EU. Man befinde sich in einem "Prozess der politischen Neubewertung" und wolle nicht gedrängt werden.
Israelische Medien berichteten am Freitag, das Premierbüro arbeite an einem eigenen Nahost-Konzept, das Netanjahu beim Treffen am 18. Mai US-Präsident Barack Obama präsentieren wolle. Erwartet wird, dass Netanjahu darin - wie von Washington verlangt - eine Zwei-Staaten-Lösung akzeptiert. Allerdings wohl nur unter Vorbehalten wie dem, allenfalls einen demilitarisierten Staat Palästina zu tolerieren. Auch will Israel in einem Friedensvertrag mit den Palästinensern ausdrücklich als jüdischer Staat anerkannt werden. Eine Festlegung, die in den Abkommen mit Jordanien und Ägypten nicht enthalten ist.
Wie auch immer, Topolanek, dessen Land derzeit die EU-Ratspräsidentschaft innehat, sprach sich bei Israels Staatspräsident Schimon Peres für intensivierte Beziehungen aus. Anders als EU-Kommissarin Benita Ferrero-Waldner sei man in Prag keineswegs der Meinung, das Vorhaben sollte auf Eis gelegt werden, bis Jerusalem eine Zwei-Staaten-Lösung akzeptiere. Tatsächlich stehen in dem zwischen EU und Israel verabredeten Intensivierungsprozess derzeit gar keine Beschlüsse an. Allerdings enthält das Papier, auf das man sich im Dezember verständigt hatte, Verweise auf eine Zwei-Staaten-Lösung.
Nachrichten aus der Politik, Kommentare, Doku und Debatten

Damir Fras ist unser US-Korrespondent
Olivia Schoeller berichtete zuvor aus Washington
Daniel Haufler ist Redakteur im Ressort Meinung
Countdown für Obama - das Weblog zur US-Wahl
Bleibt Barack Obama Präsident der USA? Oder macht Mitt Romney von den konkurrierenden Republikanern das Rennen?
US-Wahl-Spezial mit Analyse und Hintergrund
Interaktive Karte zu den Vorwahlen der Republikaner
Exklusive Reportagereise durch den Wahlkampf
Weblog der USA-Experten unserer Redaktion
Bombardiert Israel die iranischen Atomanlagen? Weitet sich der Konflikt zum Regionalkrieg aus? Werden gar die USA hineingezogen? Die Lage in Nahost spitzt sich dramatisch zu. Das Spezial.
Ihr Wunsch-Bundespräsident Wulff scheitert, sie muss Gauck als Nachfolger hinnehmen, ihre Mehrheit steht im Bundestag nicht mehr hinter ihr: Die Autorität von Bundeskanzlerin Merkel schwindet. Das Spezial.
Manchmal sind es die kleinen, schönen Dinge am Rande, die beeindrucken. Die zeigen wir in unseren Bildern des Tages.