Aktuell: Wochenend-Magazin FR7 | Medikamententests an Heimkindern | Türkei | Flucht und Zuwanderung | USA nach der Wahl
Möchten Sie zur mobilen Ansicht wechseln?
Ja Nein

Politik
Nachrichten und Kommentare zur Politik in Deutschland und der Welt

08. August 2014

Nahost-Konflikt: Israel bricht Verhandlungen ab

Vom Gazastreifen aus abgefeuerten Raketen sorgen für die erneute Eskalation.  Foto: dpa

Unter Beschuss wolle man nicht verhandeln: Israel bricht die Verhandlungen mit Palästinenservertretern über eine dauerhafte Waffenruhe im Gazastreifen ab - und antwortet mit Luftangriffen auf die Raketen der Hamas.

Drucken per Mail
Tel Aviv. –  

Israel hat die Verhandlungen mit Palästinenservertretern über eine dauerhafte Waffenruhe im Gazastreifen abgebrochen. Israel werde "nicht unter Beschuss verhandeln", sagte ein Regierungsvertreter am Freitag.

Nach Ende einer dreitägigen Waffenruhe zwischen Israel und militanten Palästinensern sind die Kämpfe im Gaza-Krieg neu aufgeflammt. Palästinensische Kommandos feuerten am Freitagmorgen mindestens 18 Raketen auf den Süden Israels ab, wie die israelische Armee mitteilte. Das israelische Militär nahm daraufhin die Luftangriffe auf Ziele im Gazastreifen wieder auf. Die indirekten Verhandlungen in Kairo, die während der Waffenruhe mit dem Ziel einer dauerhaften Beilegung des Gaza-Konflikts begonnen hatten, sollten nach palästinensischen Angaben am Freitag weitergehen.

Bei der Bevölkerung in Gaza wächst nun die Angst vor einem Neustart des seit einem Monat andauernden, durch die dreitägige Feuerpause eingefrorenen Kriegs. Augenzeugen zufolge flohen Hunderte Palästinenser aus ihren Häusern im Osten der Mittelmeer-Enklave. Die meisten Familien waren während der Feuerpause, die am Freitag um 07.00 Uhr (MESZ) endete, in ihre Wohnviertel zurückgekehrt.

In Kairo verhandeln Israel und militante Palästinenser derzeit indirekt über eine längerfristige Lösung für den Gaza-Konflikt. Die israelische Delegation verließ die ägyptische Hauptstadt am Freitagmorgen, wie ein Sicherheitsbeamter der Nachrichtenagentur dpa bestätigte. Dem Vernehmen nach wollen sich die Unterhändler mit der Regierung in Israel über die weitere Verhandlungsstrategie abstimmen.

Palästinenser fordern Freilassung von Häftlingen

Israels Wirtschaftsminister Naftali Bennett forderte im israelischen Rundfunk, die Gespräche zu beenden. Israel dürfe sich nicht erpressen lassen, sagte der Politiker von der Siedlerpartei. Die im Gazastreifen herrschende radikal-islamische Hamas will die Verhandlungen indes fortsetzen. Ihr Sprecher Samu Abu Suhri sagte, die Gespräche in Kairo würden weitergehen.

Bereits vor Ablauf der Waffenruhe waren nach Angaben des israelischen Militärs zwei Raketen im Süden Israels eingeschlagen. Die Hamas widersprach dieser Darstellung. Israel wolle nur «Verwirrung stiften», sagte Sprecher Samu Abu Suhri.
Der militärische Flügel der Organisation, die Al-Kassam-Brigaden, hatte bereits am Donnerstagabend mit Angriffen auf Israel gedroht, sollten die Forderungen der Palästinenser nicht erfüllt werden. Dann gehe die Schlacht weiter, sagte Sprecher Abu Obaida im Hamas-eigenen Fernsehsender Al-Aksa.


Die politischen Analysen und Kommentare der FR -
auch unterwegs auf dem Laufenden mit „FR News“.
Unsere beliebte App für iPhone und Android-Smartphones.

Die Palästinenser fordern eine Aufhebung der jahrelangen Blockade des Gazastreifens. Dabei nennen sie den Bau eines See- und Flughafens in Gaza, eine Aufhebung von Einschränkungen bei der Geldüberweisung und eine Ausweitung der Fangzone für Fischer. Sie wollen auch die Freilassung von Häftlingen. Israel fordert als Bedingung für einen Wiederaufbau des zerstörten Gazastreifens eine Entmilitarisierung des schmalen Küstengebiets und eine Entwaffnung der militanten Organisationen. Dies lehnt die Hamas bislang kategorisch ab.

Mehr dazu

Der Sprecher des Gesundheitsministeriums in Gaza veröffentlichte am Morgen auf Twitter neue Opferzahlen der vierwöchigen israelischen Militäroffensive. Demnach starben bisland 1893 Menschen, 9805 wurden verletzt. Auf der israelischen Seite kamen nach Angaben der Regierung 64 Soldaten und drei Zivilisten ums Leben, mehr als 500 Menschen wurden verletzt.

[ Hat Ihnen der Artikel gefallen? Dann bestellen Sie gleich hier 4 Wochen lang die neue digitale FR für nur 5,90€. ]

Zur Homepage

Anzeige

comments powered by Disqus

Anzeige

Ressort

Nachrichten aus den Inland und Ausland, Analysen und Kommentare.

Donald Trump

Demagogische und verlogene Rede

Von  |
Donald J. Trump.

Donald Trumps „vereintes Amerika“ ist ein armes, ein kleines, ein engherziges, ein ängstliches Amerika. Nichts, worauf man stolz sein kann. Der FR-Leitartikel zur Rede des neuen Präsidenten der USA. Mehr...

Neuer US-Präsident

Trump setzt alles auf null

Donald Trump ist der 45. Präsident in der Geschichte der USA

Setzt Donald Trump die radikale Entideologisierung und Ökonomisierung der amerikanischen Außenpolitik tatsächlich um? Ein gespenstisches Szenario. Der Leitartikel. Mehr...

 

Beilage

Literatur-Rundschau

Der Bücher-Winter 2016

Rezensionen der FR-Feuilletonredaktion auf acht Zeitungsseiten. Aus dem Inhalt: Könnte noch gut werden: kluge, virtuose Erzählungen von Terézia Mora. Könnte noch knapp werden: jetzt hurtig Geschenke gekauft – Tipps der Redaktion. Könnte noch regnen: Klaus Reicherts großartiges Buch über Wolken. Nützliche und niedliche Kinderbücher. Die Literatur-Rundschau Winter 2016 als PDF-Reader.

Außerdem noch erhältlich: Die Literatur-Rundschau Herbst 2016 auf zwölf Zeitungsseiten als PDF-Reader.

Beilage

Literatur-Rundschau

Der Bücher-Winter 2016

Rezensionen der FR-Feuilletonredaktion auf acht Zeitungsseiten. Aus dem Inhalt: Könnte noch gut werden: kluge, virtuose Erzählungen von Terézia Mora. Könnte noch knapp werden: jetzt hurtig Geschenke gekauft – Tipps der Redaktion. Könnte noch regnen: Klaus Reicherts großartiges Buch über Wolken. Nützliche und niedliche Kinderbücher. Die Literatur-Rundschau Winter 2016 als PDF-Reader.

Außerdem noch erhältlich: Die Literatur-Rundschau Herbst 2016 auf zwölf Zeitungsseiten als PDF-Reader.

Dossier


Millionen Menschen verlassen ihre Heimat. Sie fliehen vor Krieg oder Umweltschäden; sie suchen Arbeit, ein besseres Leben. Nicht wenige sterben, etwa vor Lampedusa. Andere schaffen es nach Deutschland - und werden hier nicht immer gut behandelt.

Übersichtsseite - alles auf einen Blick.

Zuwanderung in Frankfurt und Rhein-Main.

Schicksale - die betroffenen Menschen.

Lampedusa - Europa schottet sich ab - die Folgen.

Talkshow-Kritiken auf einen Blick
Meinung