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Nato: Afghanistan-Abzug trotz Gefechten

Noch in diesem Jahr will die Nato mit dem Abzug ihrer Truppen aus dem Land des Hindukusch beginnen - obwohl derzeit dort noch heftige Kämpfe toben.

NATO-Soldaten bei einer Patrouille in Afghanistan.
NATO-Soldaten bei einer Patrouille in Afghanistan.
Foto: Foto: dpa

Brüssel. Ungeachtet heftiger Kämpfe mit den radikalislamischen Taliban hält die Nato an ihren Plänen für einen schrittweisen Ausstieg aus dem Einsatz in Afghanistan fest.

Dies machte Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen am Freitag in Brüssel nach einem Treffen von Verteidigungsministern der 46 an der Afghanistan-Schutztruppe Isaf beteiligten Staaten klar.

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Noch in diesem Jahr solle begonnen werden, der Armee und Polizei Afghanistans Verantwortung für die Sicherheit in Teilen des Landes zu übertragen. "Wir wollen, dass dieser Übergang sich so rasch wie möglich vollzieht, sofern es die Umstände erlauben", sagte Rasmussen. "Und wir wollen, dass er möglichst vor Ende dieses Jahres beginnt." Die Nato werde aber so lange in Afghanistan bleiben, wie das nötig sei.

In einer Erklärung der 28 Nato-Verteidigungsminister vom Freitag wird die "beachtliche Verbesserung der Fähigkeiten der afghanischen Sicherheitskräfte" begrüßt. "Wir verpflichten uns, die Ausbilder bereitzustellen, um diesen stetigen Fortschritt zu unterstützen", versprachen die Minister. Für die Ausbildung der Afghanen fehlen noch 450 von 2300 Ausbildern.

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Der britische Verteidigungsminister Liam Fox forderte die Nato- Partner auf, Ausbilder zu entsenden. "Wir verstehen, dass einige Länder Schwierigkeiten haben, Kampftruppen nach Afghanistan zu bringen", sagte er. "Aber es gibt keinen Grund, weshalb ein Land nicht mehr Ausbilder schicken kann. ... Es ist eine moralische Verpflichtung aller Mitgliedstaaten, zur Ausbildungsmission beizutragen."

Die afghanische Armee hat derzeit 119.000 Soldaten. Bis Oktober 2011 sollen es 171.600 sein. Die Polizei steht derzeit bei 104.000 von angestrebten 134.000 Mann. "Vielleicht glauben die Taliban, dass sie unseren Abzug nur abzuwarten brauchen", sagte Rasmussen. "Aber wenn unser Einsatz endet, dann wird es Hunderttausende von afghanischen Soldaten und Polizisten geben, die ausgebildet und bereit sind, ihr Land zu verteidigen.

"Erhebliche Herausforderungen bleiben und der Erfolg ist noch nicht sicher, aber wir sind durch die jüngsten Ereignisse ermutigt", heißt es in der Erklärung der Minister. Das vergangene Jahr sei "schwierig für Afghanistan und für unseren Einsatz gewesen", sagte Rasmussen. 2010 gebe es eine neue Strategie, die derzeit 120.000 Soldaten zählende und von der Nato geführte Isaf habe massive Verstärkung bekommen. "Fortschritt ist erkennbar, politischer und militärischer Fortschritt."

Die schweren und verlustreichen Kämpfe mit den radikalislamischen Taliban in den afghanischen Provinzen Helmand und Kandahar wertete Rasmussen als Zeichen dafür, dass die Taliban der drohenden Niederlage in ihrem Kernland "erbitterten Widerstand" entgegensetzten. "Wir sehen bereits Ergebnisse und wir halten den Kurs", sagte Rasmussen. (dpa)

Datum:  11 | 6 | 2010
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