Noch in diesem Jahr will die Nato mit dem Abzug ihrer Truppen aus dem Land des Hindukusch beginnen - obwohl derzeit dort noch heftige Kämpfe toben.
NATO-Soldaten bei einer Patrouille in Afghanistan.
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NATO-Soldaten bei einer Patrouille in Afghanistan.
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Brüssel. Ungeachtet heftiger Kämpfe mit den radikalislamischen Taliban hält die Nato an ihren Plänen für einen schrittweisen Ausstieg aus dem Einsatz in Afghanistan fest.
Dies machte Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen am Freitag in Brüssel nach einem Treffen von Verteidigungsministern der 46 an der Afghanistan-Schutztruppe Isaf beteiligten Staaten klar.
Spezial: Afghanistan
Die Bundeswehr in Afghanistan. Erstmals befinden sich deutsche Soldaten in einem Kampfeinsatz außerhalb Europas.
Verteidigen wir tatsächlich unsere Sicherheit am Hindukusch? Grundlagen, Meinungen, Bilder, Hintergründe im Spezial: Einsatz in Afghanistan
Noch in diesem Jahr solle begonnen werden, der Armee und Polizei Afghanistans Verantwortung für die Sicherheit in Teilen des Landes zu übertragen. "Wir wollen, dass dieser Übergang sich so rasch wie möglich vollzieht, sofern es die Umstände erlauben", sagte Rasmussen. "Und wir wollen, dass er möglichst vor Ende dieses Jahres beginnt." Die Nato werde aber so lange in Afghanistan bleiben, wie das nötig sei.
In einer Erklärung der 28 Nato-Verteidigungsminister vom Freitag wird die "beachtliche Verbesserung der Fähigkeiten der afghanischen Sicherheitskräfte" begrüßt. "Wir verpflichten uns, die Ausbilder bereitzustellen, um diesen stetigen Fortschritt zu unterstützen", versprachen die Minister. Für die Ausbildung der Afghanen fehlen noch 450 von 2300 Ausbildern.
Afghanistans Frauen
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Die erste Modenschau seit über 25 Jahren: Hinter den bewachten Mauern eines Luxus-Hotels führen die afghanische Designerin Zolaykha Sherzad gemeinsam mit ihrer italienischen Partnerin ihre Kollektionen vor.
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Die Modells tragen auf dem Laufsteg konservativ geschnittene Kleidung, zur Kollektion gehören auch Designer-Burqas, die traditionellen muslimischen Schleier. Die Modells sind alle Ausländerinnen, worüber das Publikum teilweise enttäuscht ist. Aber die Veranstalterinnen haben im zutiefst konservativen muslimischen Land keinen Aufruhr durch die Präsenz afghanischer Mannequins verursachen wollen.
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Die Modenschau wurde als moralische Stärkung für die Bevölkerung gewertet, die im Alltag immer noch mit Gewalt und Katastrophen konfrontiert ist. Die Designerinnen Ghidoni und Sherzad bilden afghanische Frauen in Mode- und Schmuckdesign aus und verkaufen die hergestellten Teile in ihren Geschäften in Kabul.
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Miss Afghanistan-Wahlen gibt es übrigens auch wieder: Vida Samadzai, hier bei einer Modenschau im indischen New Delhi im Oktober 2005, war die erste Schönheitskönigen des Landes nach 30 Jahren. Sie nahm 2003 an den Miss Earth-Wahlen in Manila teil und wurde zuhause dafür öffentlich gerügt, weil sie sich in einem Bikini präsentierte.
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Die Frauen, die Mitglied der afghanischen Frauenfußballmannschaft sind, haben die Burqa abgeworfen. Das Bild zeigt sie vor ihrer Teilnahme an der Pakistanischen Meisterschaft im Frauenfußball, bei der sie den zweiten Platz erkämpfen konnten.
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Es muss ein gutes Gefühl sein, den eigenen Namen in der Zeitung zu lesen: Shamila Kohistani, Kapitän der Frauen-Nationalelf beim studieren der pakistanischen Presse am 25. August 2007.
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Rola Noor Ahman (links im Bild) und Shamila Abdul Wakil erhielten 2006 im Kodak Theatre in Hollywood den Arthur Ashe Courage Award für den Mut, den sie bewiesen haben, Frauenfußball in Afghanistan zu propagieren. Die Auszeichung wird vergeben im Rahmen der ESPY (Excellence in Sports Performance Yearly) Awards.
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Vorsichtige Annäherung. Afghanische Frauen an einem Marktstand mit Stöckelschuhen.
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Ein Bild, das um die Welt ging. Frauen erlernen an den Universität von Kabul den Umgang mit Computern, sechs von ihnen wurden 2002 zu IT-Spezialistinnen ausgebildet.
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Doch die Frauen auf dem Markt sind der wahre Seismograph für die Lage im Land: Obwohl die Taliban, die Frauen das Tragen der Burka, des Ganzkörperschleiers, verordenten, seit Ende 2001 nicht mehr an der Macht sind, tragen viele Afghaninnen noch die Tracht. Sie fühlen sich ohne nicht sicher auf den Straßen..
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Der Anblick der Burka bleibt ein öffentliches Bild.
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Und so sind viele Frauen in der Öffentlichkeit nach wie vor nur so zu sehen.
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Armut ist noch immer weit verbreitet in Afghanistan. Autos sind selten, also werden Güter entweder mit Lasttieren oder mit einer Handkarre transportiert.
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Typische Frauenberufe in Afghanistan. Näherinnen in Kandahar.
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In kandahar erhalten Frauen endlich die Möglichkeit, solche Berufe zu erlernen.
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Ein junges Mädchen wäscht an einem Fluss in der Nähe von Kandahar Wäsche.
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Mit Hilfe des Welternährungs-Programms erhalten afghanische Witwen die Möglichekiet, ihren Lebensunterhalt in einer Bäckerei zu verdienen.
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Während der Herrschaft der Taliban verloren die Frauen Afghanistans all ihre Rechte. Arbeits-, Ausgeh- und Ausbildungsverbote wurden eingeführt, es gab Misshandlungen und willkürliche Tötungen von Frauen. Erst mit dem Ende der Taliban können sich die Frauen langsam von diesen Zwängen befreien. Hier das Bild einer Afghanin an Muttertag.
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Tanklaster-Bombardement bei Kundus
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Tanklaster-Bombardement bei Kundus
Der deutsche Kommandeur in dieser Nacht war Oberst Georg Klein. Er ließt mitteilen, dass Feindkontakt bestehe, weshalb Luftunterstützung nötig sei.
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US-Kampfpiloten flogen über den Einsatzort und antworteten, keine deutschen oder afghanischen Truppen in der Nähe der Tankwagen zu sehen.
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Die US-Piloten schlugen deshalb vor, die Menschen bei den Tanklastern durch einen Tiefflug zu vertreiben, weil laut Isaf-Regeln für einen Angriff eine "unmittelbare Bedrohung" bestehen müsse.
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Die deutsche Einsatzleitung lehnte ab und forderte die Bombardierung.
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Am 27. November 2009 trat der damalige Verteidigungsminister Jung, inzwischen im neuen Kabinett Arbeitsminister, von seinem Amt zurück. Was war passiert?
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Nach und nach sickerten immer mehr Informationen an die Öffentlichkeit, dass die ursprüngliche Darstellung eines legitimes Angriffs nicht mehr haltbar war.
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Franz Josef Jung bestritt zunächst zivile Opfer. Dabei hatte das deutsche Regionalkommando in Masar-i-Sharif schon wenige Stunden nach dem Angriff klare Hinweise auf zivile Verletzte.
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Ein Untersuchungsausschuss soll klären, ob der Deutsche Bundestag durch Informationspannen oder gar vorsätzlich falsch informiert wurde.
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Die Nato flog am 4. September 2009 einen Angriff auf zwei Tanklaster nahe Kundus in Afghanistan. Ein deutscher Oberst hatte die Luftunterstützung angefordert. Bis zu 142 Menschen starben oder wurden verletzt, darunter viele Zivilisten.
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Tödlicher Angriff auf die Bundeswehr
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Tödlicher Angriff auf die Bundeswehr
Das ausgebrannte Patrouillen-Fahrzeug der Bundeswehr bei Char Dara im Norden von Kundus weckt ihre Neugierde.
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Die afghanischen Zivilisten nehmen das Fahrzeug auseinander, das Kriegsgerät liefert seit Jahrzehnten Baumaterial.
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Der Befehlshaber der US- und der Nato-Kräfte in Afghanistan, General Stanley McChrystal, kondoliert im Bundeswehrcamp in Kundus nach dem Tod der deutschen Soldaten.
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Die Särge der getöteten Soldaten werden zum Abtransport nach Deutschland vorbereitet.
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Die Toten mussten zunächst über die deutsches Basis in der kirgisischen Stadt Termez ausgeflogen werden.
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Von Termez hätten die Särge erst einige Tage später nach Deutschland gebracht werden können. Doch die Taliban griffen die Soldaten just zu der Zeit an, als Entwicklungshilfeminister Dirk Niebel (FDP) in Afghanistan Entwicklungsprojekte besuchte.
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Er wich von seiner Reiseroute ab und machte es mit einer Zwischenlandung möglich, dass die Särge in seiner Maschine mitgenommen werden konnten.
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Hier werden die Särge in die Regierungsmaschine geladen, um so schnell wie möglich nach Deutschland zu kommen.
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Die Bundesdienstflagge am Haupttor der Fallschirmjäger-Kaserne in Seedorf (Kreis Rotenburg-Wümme) ist am Samstag, 3. April, auf Halbmast: Alle beim Gefecht nahe Kundus getöteten und verletzten Bundeswehrsoldaten waren aus dem niedersächsischen Standort Seedorf der Luftlandebrigade 31 nach Afghanistan abkommandiert worden.
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Bundesverteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) sprach am Sonntag, 4. April, in Bonn über die Situation in Kundus nach dem tödlichen Angriff auf deutsche Soldaten. Er trauerte um die Toten, erklärte den Einsatz aber für weiter notwendig. Mehr zum Thema.
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Deutsche Soldaten geraten am 2. April 2010 im afghanischen Char Dara in Kundus in einen Hinterhalt. Taliban-Kämpfer töten drei deutsche Soldaten. Ein deutsches Patrouillen-Fahrzeug explodiert durch eine Sprengfalle. Hier untersuchen afghanische Zivilisten das Fahrzeug.
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Der britische Verteidigungsminister Liam Fox forderte die Nato- Partner auf, Ausbilder zu entsenden. "Wir verstehen, dass einige Länder Schwierigkeiten haben, Kampftruppen nach Afghanistan zu bringen", sagte er. "Aber es gibt keinen Grund, weshalb ein Land nicht mehr Ausbilder schicken kann. ... Es ist eine moralische Verpflichtung aller Mitgliedstaaten, zur Ausbildungsmission beizutragen."
Die afghanische Armee hat derzeit 119.000 Soldaten. Bis Oktober 2011 sollen es 171.600 sein. Die Polizei steht derzeit bei 104.000 von angestrebten 134.000 Mann. "Vielleicht glauben die Taliban, dass sie unseren Abzug nur abzuwarten brauchen", sagte Rasmussen. "Aber wenn unser Einsatz endet, dann wird es Hunderttausende von afghanischen Soldaten und Polizisten geben, die ausgebildet und bereit sind, ihr Land zu verteidigen.
"Erhebliche Herausforderungen bleiben und der Erfolg ist noch nicht sicher, aber wir sind durch die jüngsten Ereignisse ermutigt", heißt es in der Erklärung der Minister. Das vergangene Jahr sei "schwierig für Afghanistan und für unseren Einsatz gewesen", sagte Rasmussen. 2010 gebe es eine neue Strategie, die derzeit 120.000 Soldaten zählende und von der Nato geführte Isaf habe massive Verstärkung bekommen. "Fortschritt ist erkennbar, politischer und militärischer Fortschritt."
Die schweren und verlustreichen Kämpfe mit den radikalislamischen Taliban in den afghanischen Provinzen Helmand und Kandahar wertete Rasmussen als Zeichen dafür, dass die Taliban der drohenden Niederlage in ihrem Kernland "erbitterten Widerstand" entgegensetzten. "Wir sehen bereits Ergebnisse und wir halten den Kurs", sagte Rasmussen. (dpa)