Krakau. Der Bundeswehr-Einsatz gegen Piraten am Horn von Afrika wird ausgeweitet: Die Fregatte "Rheinland-Pfalz", die vor der somalischen Küste gegen Seeräuber vorgeht, bekommt im Frühjahr Unterstützung von der Fregatte "Emden" und dem Versorgungsschiff "Spessart", wie Bundesverteidigungsminister Franz Josef Jung am Freitag in Krakau mitteilte. "Emden" und "Spessart" durchqueren im März im Rahmen einer Nato-Übung den Golf von Aden.
Die Nato hatte am Donnerstag angekündigt, ihr maritimer Einsatzverband I (SNMG I) solle während dieser Übungsfahrt auch gegen Piraten vorgehen. Die Fregatte "Emden" und der Tanker "Spessart" gehören dem SNMG I an, werden sich zur Piratenbekämpfung aber vorübergehend aus dem Verband ausklinken und sich der EU-Mission Atalanta anschließen, wie Verteidigungsminister Jung erklärte. Die Bundesregierung werde "unsere Schiffe, die an diesem Verband beteiligt sind, unter das europäische Mandat Atalanta bringen, und von da dann auch unseren Beitrag leisten zur Pirateriebekämpfung".
Der Hintergrund ist, dass sich das Bundestagsmandat für die Pirateriebekämpfung auf die EU-Mission Atalanta bezieht. Das Mandat lässt den Einsatz von bis zu 1400 Soldaten zu. Die Besatzung der "Rheinland-Pfalz" zählt nach Angaben des Verteidigungsministeriums knapp 220 Soldaten, die der "Emden" etwa 200. Auf Versorgungsschiffen wie der "Spessart" arbeiten normalerweise keine oder wenig Einsatzkräfte.
Die Verstärkung sei befristet, betonte Jung. "Das wird nur für einen begrenzten Zeitraum sein, der Verband wird in das Gebiet Mitte März fahren und Ende Juli den Auftrag im asiatischen Bereich dann beendet haben." An der SNMG I sind neben Deutschland die Niederlande, Spanien, Portugal, die USA, Kanada, Norwegen und Dänemark beteiligt. Nach Angaben von Nato-Sprecher James Appathurai werden an der Übungsfahrt insgesamt sechs Schiffe teilnehmen. (ap)
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