kalaydo.de Anzeigen

Nato-Gipfel: Gegner drohen mit Hausbesetzungen

Während des Nato-Gipfels Anfang April wollen die Gipfel-Gegner in Straßburg leerstehende Häuser besetzen, falls ihnen kein Camp genehmigt wird. In Frankreich werden jetzt wieder Grenzkontrollen eingeführt.

Die Nato-Gegner kritisieren die Politik und Polizei. Beim G8-Gipfel in Heiligendamm sei viel mehr seitens der Polizei mit den Aktivisten kommuniziert worden.
Die Nato-Gegner kritisieren die Politik und Polizei. Beim G8-Gipfel in Heiligendamm sei viel mehr seitens der Polizei mit den Aktivisten kommuniziert worden.
Foto: dpa

Straßburg/Stuttgart. Gegner des Nato-Gipfels Anfang April wollen notfalls Häuser in Straßburg besetzen, sollte es kein eigenes Protestcamp in der elsässischen Stadt geben. Es gebe genügend leerstehende Häuser, um die erwarteten 8000 Gipfel-Gegner zu beherbergen, sagte ein Sprecher der Gruppe "Widerstand der beiden Flussufer".

Wegen des bevorstehenden Gipfels kontrolliert Frankreich von diesem Freitag an wieder an den Grenzen im Unterelsass. Kurz vor Vertragsabschluss über ein Camp am Stadtrand von Straßburg hätten die Behörden ihre Zusagen nicht eingehalten, teilte die Widerstandsgruppe mit.

Die Verwaltung leugne den politischen Charakter des Camps und stelle es durch den vorgesehenen Vertrag mit einem großen Sportfest oder einer Kulturveranstaltung gleich.

Von diesem Freitag an wird es bis zum 5. April, dem Tag nach dem Gipfel, aus Sicherheitsgründen Stichprobenkontrollen an der Grenze zwischen Deutschland und Frankreich geben, sagte ein Behördensprecher in Straßburg.

Während des Treffens der Staatsgäste am 3. und 4. April in Baden-Baden, Kehl und dem Elsass werde in beiden Fahrtrichtungen systematisch kontrolliert, stärker jedoch bei der Einreise nach Frankreich. Potenziell Gewaltbereite oder Störenfriede, Menschen ohne gültigen Pass oder ohne Personalausweis würden zurückgewiesen. Die Europabrücke Kehl, wo am 4. April die Staats- und Regierungschefs zu einem Fototermin zusammenkommen, werde schärfer bewacht.

Nato-Gegener wollen Protestaktionen notfalls juristisch einklagen

Die Gegner des Nato-Gipfels in Baden-Baden und Straßburg wollen ihre geplanten Protestaktionen notfalls juristisch einklagen. Am Mittwoch seien Briefe an die zuständigen Behörden geschickt worden, um der "Hinhaltetaktik", wie es die Friedensaktivisten nennen, ein Ende zu bereiten und schriftliche Entscheidungen zu erhalten, sagte der Koordinator der Internationalen Proteste, Reiner Braun in Stuttgart. Bisher habe es nur mündliche Absprachen, die keine juristische Grundlage böten, gegeben.

"Wir werden an allen Aktionen, die wir planen, festhalten", sagte Dieter Lachenmayer, Sprecher des Friedensnetzes Baden-Württemberg. So sind weiterhin ein großer Demonstrationszug von Kehl zur Europabrücke sowie "Aktionen des zivilen Ungehorsams" geplant.

Aktivisten kritisieren Politik und Polizei

Demonstrationsfreiheit bedeute, dass die Demonstranten bestimmten, wo und wie demonstriert werde. "Die Mobilisierungswelle rollt und nichts wird sie aufhalten", sagte Braun. Die Organisatoren rechnen weiterhin mit mehreren Zehntausend Teilnehmern an den Protesten.

Die Nato-Gegner kritisierten die Politik und Polizei für ihre Blockadehaltung. Beim G8-Gipfel in Heiligendamm sei viel mehr seitens der Polizei mit den Aktivisten kommuniziert worden, sagte Monty Schädel, der politische Geschäftsführer der Deutschen Friedensgesellschaft-Vereinigte Kriegsdienstgegner (DFG-VK).

"Demokratie funktioniert nicht auf Einladung", fügte er hinzu. Durch die derzeitige Haltung, vor allem des baden-württembergischen Innenministers Heribert Rech (CDU), würden die Menschen noch viel mehr für die Teilnahme an den Protesten mobilisiert.

"Immer mehr kommen nun nicht mehr nur als Gegner der Nato, sondern auch, um für die Versammlungsfreiheit zu demonstrieren", sagte Lachenmeyer.

Die Organisatoren machten nochmals deutlich, dass es sich um gewaltfreie Proteste handeln werde. "Ich bin sicher, dass wir das gewaltfrei hinbekommen", sagte Braun. Die Organisatoren selber würden in den Vorbereitungen alles dafür tun, dass es nicht zu Ausschreitungen kommen wird. (dpa/ddp)

Datum:  19 | 3 | 2009
Kommentare:  Kommentieren
Empfehlen:  E-Mail
Leserbrief:  Leserbrief
Artikel:  Drucken
Ressort

Nachrichten aus der Politik, Kommentare, Doku und Debatten


US-Wahl 2012: Countdown für Obama

Damir Fras ist unser US-Korrespondent
Olivia Schoeller berichtete zuvor aus Washington
Daniel Haufler ist Redakteur im Ressort Meinung
Countdown für Obama - das Weblog zur US-Wahl


Spezial: US-Wahl 2012

Bleibt Barack Obama Präsident der USA? Oder macht Mitt Romney von den konkurrierenden Republikanern das Rennen?

US-Wahl-Spezial mit Analyse und Hintergrund

Interaktive Karte zu den Vorwahlen der Republikaner

Exklusive Reportagereise durch den Wahlkampf

Weblog der USA-Experten unserer Redaktion

Kolumne

Die Politik ist eine Castingshow - und Angela Merkel ihr Dieter Bohlen: Stephan Hebel in seiner Audioslideshow über Peter Altmaier (eine Runde weiter!), den Osterhasen (Artenvielfalt gerettet!) und einen friedlosen ESC (wo ist Nicole, wenn man sie braucht?). Über Fußball - diesmal kein Wort!

Interaktiv

Wer sitzt mit wie vielen Abgeordneten im Bundesrat? Alle Ministerpräsidenten, alle Zahlen und Fakten hier!

Anzeige

 

Anzeige

 

Video
Spezial: Israel-Iran-Konflikt

Bombardiert Israel die iranischen Atomanlagen? Weitet sich der Konflikt zum Regionalkrieg aus? Werden gar die USA hineingezogen? Die Lage in Nahost spitzt sich dramatisch zu. Das Spezial.


Politik-Spezial

Ihr Wunsch-Bundespräsident Wulff scheitert, sie muss Gauck als Nachfolger hinnehmen, ihre Mehrheit steht im Bundestag nicht mehr hinter ihr: Die Autorität von Bundeskanzlerin Merkel schwindet. Das Spezial.


Fotostrecke
Plaßmanns Welt (295 Bilder)
Fotostrecke
Meeresbewohner: Leuchtend grüne Quallen gleiten durch ein Aquarium.

Manchmal sind es die kleinen, schönen Dinge am Rande, die beeindrucken. Die zeigen wir in unseren Bildern des Tages.

Quiz
Der zurückgetretene Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg holt seine Entlassungspapiere im Schloss Bellevue ab (03.03.2011).

Guttenberg hatte einen guten Grund. Aber weshalb sind Horst Köhler oder Richard Nixon abgetreten?

Quiz
Wissens-Test.

Politik, Sport, Wirtschaft - wie gut sind Sie informiert? Machen Sie den Test mit dem unterhaltsamen Tagesquiz.

ANZEIGE
- Business
- Kauftipps!