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04. November 2012

Nebenverdienst: Steinbrücks Not mit dem vielen Geld

 Von Holger Schmale
Peer Steinbrück wird die Debatte um seine üppigen Einnahmen nicht los. Foto: dpa

Der SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück hat offenbar mehr verdient als er zugegeben hat. Nun geht es um mehrere hunderttausend Euro, die er als Autor zweier Bücher erhalten haben dürfte, sowie um eine fünfstellige Summe für ein Interview.

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Der SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück hat offenbar mehr verdient als er zugegeben hat. Nun geht es um mehrere hunderttausend Euro, die er als Autor zweier Bücher erhalten haben dürfte, sowie um eine fünfstellige Summe für ein Interview.

Der SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück wird die Debatte um seine üppigen Einnahmen während der letzten drei Jahre nicht los. Nach den von ihm veröffentlichten Honoraren für Vorträge in Höhe von 1,25 Millionen Euro geht es nun um mehrere hunderttausend Euro, die er als Autor zweier Bücher erhalten haben dürfte, sowie um eine fünfstellige Summe für ein Interview im Geschäftsbericht des Baukonzerns Bilfinger Berger. Dazu will Steinbrück sich nicht näher äußern. Unter dem Strich ergibt sich so ein Bruttoeinkommen von bis zu zwei Millionen Euro.

Womöglich auch unter dem Eindruck dieser Berichte hat Steinbrück bei den Wählern an Zustimmung eingebüßt. Laut einer Erhebung von TNS Emnid halten viele Bundesbürger Bundeskanzlerin Angela Merkel für sympathischer, durchsetzungsfähiger und glaubwürdiger als ihren Herausforderer. Wollten Ende September im Fall einer Direktwahl noch 46 Prozent der Befragten für Merkel und 37 Prozent für Steinbrück stimmen, wollen der aktuellen Umfrage zufolge 51 Prozent der CDU-Chefin und 26 Prozent dem SPD-Politiker ihre Stimme geben.

Auch in der SPD werden nun kritische Stimmen laut. „Keiner ist froh über die Debatte um Steinbrücks Honorare und Nebentätigkeiten“, sagte die Vorsitzende der Demokratischen Linken in der SPD, Hilde Mattheis, dem Focus. „Wenn sich die SPD als Partei der sozialen Gerechtigkeit mit so einer Debatte herumschlagen muss, dann ist das für uns natürlich schwierig.“

Die Koalition schweigt lieber

Der SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel verteidigte Steinbrücks Umgang mit seinen Einkünften. Im Bundestag säßen ganz andere Kaliber, wenn es um Nebeneinkünfte gehe, sagte er der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung mit Blick auf Anwälte, die ihre Auftraggeber nicht nennen müssen. Er sprach sich dafür aus, die Kanzlerin besser zu bezahlen. Gabriel zeigt sich optimistisch, dass Steinbrück auf dem SPD-Parteitag im Dezember ein überwältigendes Votum als Herausforderer von Angela Merkel erhalten werde.

Die schwarz-gelbe Koalition hielt sich am Wochenende mit Kommentaren zu den Einkünften Steinbrücks demonstrativ zurück. „Die Zahlen wirken auch so. Da müssen wir gar nichts zu sagen“, hieß es in der Unionsfraktion. Sie hält allerdings auch wenig von den Forderungen nach vollkommener Einkommenstransparenz der Abgeordneten, da davon auch viele Politiker von Union und FDP mit erheblichen Nebeneinkünften betroffen wären.

Der Staatsrechtler und Parteienkritiker Hans Herbert von Arnim äußert scharfe Kritik an Steinbrück. Zur Weigerung des SPD-Kanzlerkandidaten, sich zur Höhe eines Interview-Honorars zu äußern, sagte er dem Kölner Stadt-Anzeiger :
„Ich kann es nicht nachvollziehen, dass Steinbrück den Wirtschaftsprüfern nur den Auftrag gegeben hat, seine Vorträge zu untersuchen. Dass in dieser Liste das Interview aus dem Bilfinger- Geschäftsbericht fehlt, gibt mir zu denken. Das ist keine Transparenz. Dazu passt, dass sich Steinbrück auch auf Nachfrage sperrt und nichts zur Höhe des Honorars sagen will.“

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