Schwerin. Ein Ausstieg aus der Neonazi-Szene könnte schwieriger werden: Die Aussteigerinitiative "Exit" müsse ihre Mitarbeiter entlassen, weil die Förderung durch das Bundesarbeitsministerium ausgelaufen sei. Das sagte "Exit"-Geschäftsführer Bernd Wagner, Chef der Initiative mit Sitz in Berlin und drei weiteren Büros. "Wir können die Arbeit bundesweit nicht mehr sichern."
Seit der Gründung von "Exit" vor acht Jahren hat die Initiative nach eigenen Angaben rund 300 Menschen geholfen, die rechtsextreme Szene zu verlassen. Dazu gehörte auch die Hilfe bei Schulabschlüssen, einer Berufsausbildung und der Jobsuche.
Wagner sagte, das Ministerium habe angedeutet, von April an im Rahmen eines neues Programms wieder Zuschüsse zu zahlen. "Exit" könne die Strukturen aber nicht so lange aufrechterhalten. Die Mitarbeiter - in Höchstzeiten bis zu 30 - müssten entlassen werden. Darunter seien auch sechs Aussteiger aus der Neonazi-Szene. Übrig bleiben fünf Mitarbeiter.
Im Arbeitsministerium, das für die Förderung der Initiative zuständig war, beruft man sich auf "formale Mängel" als Grund für die Ablehnung des jüngsten Förderungsantrags im Rahmen des Programms "Xenos - Integration und Vielfalt". dpa/ddp
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