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Neonazi-Terror: Untersuchungsausschuss lädt Zschäpe vor

Der Thüringer Landtag will die mutmaßliche Rechtsterroristin Beate Zschäpe als erste Zeugin anhören. Die Einladung ist schon verschickt - doch Zschäpe wird kaum zur Aufklärung beitragen.

Soll vor dem Thüringer Untersuchungsauschuss aussagen: Beate Zschäpe.
Soll vor dem Thüringer Untersuchungsauschuss aussagen: Beate Zschäpe.
Foto: dpa
Erfurt –  

Thüringens Politiker wollen die Pannen bei der Fahndung nach dem Zwickauer Neonazi-Trio aufklären - und setzen dabei auf die einzige Überlebende der Zelle. Der Thüringer Landtag hat die mutmaßliche Rechtsterroristin Beate Zschäpe formell vor seinen Untersuchungsausschuss geladen. Die Zeugenanhörung sei zunächst für den 12. März vorgesehen, sagte ein Landtagssprecher am Montag. Gleichzeitig begännen nun „Abstimmungen mit Sicherheitsbehörden“.

Zschäpes Anwalt hatte die Vorladung als absurd bezeichnet, da seine Mandantin ohnehin nichts sagen werde. Der Ausschuss kann als schärfste Sanktion Erzwingungshaft gegen Zschäpe anordnen, um sie zu Aussagen zu bewegen. Doch die sitzt ohnehin bereits seit Monaten in Untersuchungshaft.

Der vergangene Woche konstituierte Ausschuss will Zschäpe als erste Zeugin hören. Das neunköpfige Gremium soll mögliche Versäumnisse und Fehler Thüringer Behörden bei der Suche nach dem 1998 in Jena untergetauchten Neonazi-Trio aufdecken. Die beiden inzwischen toten Männer, die neben Zschäpe dazugerechnet werden, sollen neun Kleinunternehmer türkischer und griechischer Herkunft sowie eine Polizistin getötet und außerdem mehrere Banken überfallen haben.

Generalbundesanwalt Harald Range hatte zuletzt erklärt, der Nachweis einer Mitgliedschaft Zschäpes in der Terrorzelle werde voraussichtlich gelingen. Bisher gebe es aber keine Beweise dafür, dass sie unmittelbar an den Verbrechen beteiligt gewesen sei. (dpa)

Datum:  20 | 2 | 2012
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