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Politik
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30. Januar 2012

Netzgemeinde Ansgar Heveling: Der Bundestagstroll

 Von 
Der Screenshot zeigt die Internetseite des CDU-Bundestagsabgeordneten Andreas Heveling mit einer gefälschten Meldung unter dem Titel "Ich habe versagt".  Foto: dapd

Das Web 2.0 sei ohnehin Geschichte, die Revolution der "digitalen Maoisten" bald vorbei. Der Text, den der CDU-Bundestagsabgeordnete Ansgar Heveling im Handelsblatt veröffentlichen ließ, sollte eine Kampferklärung an die Netzgemeinde sein - und endet als digitale Lachnummer.

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Ansgar Heveling war bisher eine unbekannte Größe im Bundestag. Nun hat er es in kürzester Zeit zu zweifelhafter Prominenz gebracht. Als Bundestagstroll. Aber der Reihe nach: In einem Gastkommentar für das "Handelsblatt" sieht Ansgar Heveling den "Endkampf" zwischen den "digital natives" und den "Netzfremden" aufziehen.

Die Eröffnung "Liebe Netzgemeinde, Ihr werdet den Kampf verlieren!" klingt noch nach einer ernstgemeinten Kampfansage, es folgen eigentümliche Sprachgebilde und bemühte Metaphern. So müsse man darauf achten, "dass sich nach dem Abzug der digitalen Horden und des Schlachtennebels nicht nur noch die ruinenhaften Stümpfe unserer Gesellschaft in die Sonne recken und wir auf die verbrannte Erde unserer Kultur schauen müssen".

Bemüht zu provozieren

Die Albernheit des Textes liegt dabei nicht nur in den bemühten Vergleichen zu Hollywood-Klassikern - Zitat: "Die mediale Schlachtordnung der letzten Tage erweckt den Eindruck, wir seien im dritten Teil von „Der Herr der digitalen Ringe“ angekommen, und der Endkampf um Mittelerde stehe bevor". Er liegt vielmehr im Versuch einen Gegner mit denkbar ungeeigneten Waffen zu provozieren. Einen Gegner den der "Don Quichotte des Bundestags" offenbar selbst auch nicht näher benennen kann.

Es ist die trotzige Naivität, die den Verfasser des Textes der Lächerlichkeit Preis gibt - und natürlich die gehörige Portion Selbstüberschätzung mit der Heveling sich ganz selbstverständlich als "geschichtsbewussten Politiker" bezeichnet. Die Rede sollte wohl flammend geraten, leidenschaftlich vorgetragen. Raus kam allerdings: "Das Web 2.0 wird bald Geschichte sein. Es stellt sich nur die Frage, wie viel digitales Blut bis dahin vergossen wird."

Homepage gehackt

Die Twitter-Nachrichten zu Heveling überschlagen sich im Netz: "Bravourös und mit einem großen Hechtsprung hinter den Zug gesprungen" und "Ansgar Heveling hat telegrafiert, er warnt vor Einführung des Akustikkopplers" sind nur einige der vielen Spottmeldungen, die mittlerweile verbreitet werden.


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Bei Spott sollte es aber nicht bleiben. Inzwischen wurde die Homepage des Abgeordneten gehackt und eine diskreditierende Meldung nach der anderen auf die Seite gestellt. Laut Twitter-Gerücht, lautete der Nutzername “heveling” und das Passwort “ansgar”. Auch wenn die Netzgemeinde über die verbalen Fehlgriffe von Heveling gut lachen hat - bedenklich bleibt, dass der Büttenredner der CDU/CSU-Fraktion in der Enquete-Kommission "Internet & Digitale Gesellschaft" sitzt.

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