Neu-Ulm. Der wegen seiner Verschleppung durch die CIA bekannt gewordene Deutsche Khaled el Masri hat den Neu-Ulmer Oberbürgermeister Gerold Noerenberg (CSU) in seinem Büro angegriffen und zusammengeschlagen. El Masri wurde nach kurzer Flucht am Freitagnachmittag festgenommen und befindet sich nach Polizeiangaben in Untersuchungshaft. Sein Motiv war zunächst unklar.
Die Polizei bestätigte mit Genehmigung der Staatsanwaltschaft die Identität El Masris als Angreifer, zunächst waren dazu keine offiziellen Angaben gemacht worden. Demnach wurde der 46-Jährige nach der Eröffnung des Haftbefehls ins Gefängnis gebracht. Wie ein Polizeisprecher sagte, gestand El Masri gegenüber dem Ermittlungsrichter den Angriff. Angaben zu seinem Motiv habe er aber nicht gemacht.
El Masri hatte den Ermittlungen zufolge gegen 11 Uhr am Vormittag das Rathaus von Neu-Ulm betreten und wollte ohne Termin zu Noerenberg vorgelassen werden. Dabei sei es bereits zu Auseinandersetzungen mit mehreren Rathaus-Mitarbeitern gekommen, bei denen aber niemand verletzt worden sei.
El Masri konnte laut Polizei zunächst beruhigt werden, ihm sei dann ein Platzverweis erteilt worden. Gegen 11.30 Uhr sei er aber in das Gebäude zurückgekehrt und habe sich Zugang zum Büro des OB verschafft. El Masri habe Noerenberg mehrere Schläge verpasst und sei anschließend geflüchtet. Er konnte etwa zweieinhalb Stunden später in seinem Auto gefasst werden. Noerenberg musste ambulant behandelt werden, nach einem Bericht der Online-Ausgabe der "Augsburger Allgemeinen Zeitung" soll El Masri den OB blutig geschlagen haben.
El Masri war im Dezember 2007 wegen Brandstiftung zu zwei Jahren Haft auf Bewährung verurteilt worden. Er hatte nach einem Streit um ein defektes Gerät einen Elektromarkt angezündet und damit einen Schaden in Höhe von 300.000 Euro angerichtet. Ein Gutachter hatte El Masri in dem Prozess als durch die Verschleppung traumatisiert bezeichnet, allerdings stufte er ihn als schuldfähig ein.
El Masri war nach eigenen Angaben Silvester 2003 von der CIA in Mazedonien festgenommen und später nach Afghanistan verschleppt worden. Erst fünf Monate später sei er wieder freigelassen worden, hatte El Masri angegeben. Seine Klagen in den USA wegen der Verschleppung blieben ohne Erfolg. (afp)
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