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21. November 2012

Neue Studie : Weniger Ausländerhass in Sachsen-Anhalt

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Gibt es auch noch: Neonazi in Magdeburg.  Foto: dpa

Rechtsextreme Ansichten sind in Ostdeutschland auf dem Vormarsch, behaupteten kürzlich die Autoren einer Studie. Eine neue Erhebung in Sachsen-Anhalt kommt zu einem ganz anderen Ergebnis.

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Rechtsextreme Ansichten sind in Ostdeutschland auf dem Vormarsch, behaupteten kürzlich die Autoren einer Studie. Eine neue Erhebung in Sachsen-Anhalt kommt zu einem ganz anderen Ergebnis.

Einschüchterung von Einwanderern, Anschläge auf Politikerbüros – immer wieder machen die ostdeutschen Bundesländer mit Horrorgeschichten über Neonazis auf sich aufmerksam.

Wie groß der Rückhalt für ausländerfeindliche Einstellungen tatsächlich ist, haben nun Sozialforscher der Uni Halle im Auftrag des dortigen Kultusministeriums untersucht (siehe Sachsen-Anhalt-Monitor).

Das Ergebnis der nicht-repräsentativen Erhebung stimmt positiv: Die Zustimmung zur Demokratie sind laut den Ergebnissen stabil, ausländerfeindliche Einstellungen gehen zurück. Die Ergebnisse stellen damit eine Studie im Auftrag der Friedrich-Ebert-Stiftung infrage, die kürzlich in Ostdeutschland einen massiven Anstieg rechtsextremer Ansichten festgestellt hat.

Zumindest in Sachsen-Anhalt trifft dies offenbar nicht zu. Besonders erfreulich: Bei den 18-bis 24-jährigen gebe es eine Trendumkehr - In dieser Gruppe sei die Fremdenfeindlichkeit deutlich zurückgegangen. Dass 25- bis 29-jährige vermehrt rechtsextreme Meinungen haben, ist für die Autoren ein Anzeichen dafür, dass ausländerfeindliche Jahrgänge ihre Haltung ins Alter mitgenommen hätten.

Etwa zehn Prozent fühlen sich bedroht

Insgesamt fühlen sich allerdings noch immerhin 10 bis 12 Prozent der Befragten „auf unterschiedliche Weise durch Ausländer in ihrem erreichten Besitzstand und ihrer eigenen Lebenswelt bedroht“, heißt es. „Sie betrachten Ausländer als potentiell anfällig für Straftaten, als Transporteure kultureller Überfremdung, als Sozialschmarotzer und als personifizierte Lernbehinderung für einheimische Schulkinder.“ Besonders auffällig ist die hohe Ablehnung des Islam: 25 Prozent der Befragten sind der Meinung, Moscheen passten nicht in das Bild deutscher Städte.

Für die neue Studie wurden in Sachsen-Anhalt 1.250 Menschen per Telefon befragt und damit deutlich mehr als durch die Macher der Ebert-Studie (in ganz Ostdeutschland rund 500 Befragte).

Im Bezug auf das Alter suggerieren die Daten der Wissenschaftler einerseits, dass der Anteil ausländerfeindlicher Einstellungen mit dem Alter steigt. Andererseits empfinden die Älteren im Vergleich zu jüngeren Jahrgängen öfter Scham, wenn Ausländer überfallen werden, sagen die Befragten. (jon)

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