Athen. In der griechischen Hauptstadt und anderen Städten des Landes ist es am Donnerstag erneut zu Ausschreitungen gekommen. Die Unruhe greift jetzt auch auf die Schulen über: Gymnasiasten besetzten 120 Lehranstalten und blockierten mit Sitzstreiks Straßenkreuzungen.
In Athen griffen Jugendliche mehrere Polizeiwachen mit Steinen und Flaschen an. Die Beamten antworteten mit Tränengasgranaten. Schaufensterscheiben wurden eingeworfen und Geschäfte geplündert. Zu Auseinandersetzungen zwischen der Polizei und Demonstranten kam es auch vor dem Gefängnis von Korydallos bei Piräus. Dort sitzen seit Dienstagabend die beiden Polizisten in Untersuchungshaft, die für den Tod eines 15-jährigen Schülers am vergangenen Samstagabend verantwortlich gemacht werden.
Für den heutigen Freitag planen die Schülerverbände eine große Kundgebung in Athen. Mit diesen friedlichen Protesten wollen sich die Schüler von den gewalttätigen Autonomen absetzen: "Mit den Anarchisten haben wir nichts zu tun, wir sind gegen Gewalt", sagte ein 14-Jähriger Gymnasiast im Fernsehen. Unter den 30 Staaten der Organisation für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) gibt Griechenland am wenigsten für die schulische Bildung aus, nämlich nur 2,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Die Ausgaben für die Universitäten liegen nur bei der Hälfte des OECD-Durchschnitts.
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