Aktuell: US-Wahl | Türkei | Brexit | Flüchtlinge in Deutschland und Europa | Zuwanderung Rhein-Main
Möchten Sie zur mobilen Ansicht wechseln?
Ja Nein

Politik
Nachrichten und Kommentare zur Politik in Deutschland und der Welt

23. Mai 2009

New York: Terrorkomplott von V-Mann geplant?

 Von DIETMAR OSTERMANN

Die Terroranschläge auf jüdische Einrichtungen in New York wurden womöglich von einem FBI-Spitzel initiiert. Je mehr Details bekannt werden, um so eher stellt sich die Frage des "Informanten". Von Dietmar Ostermann

Drucken per Mail

Washington. Die Aufregung war groß: In New York habe man einen Terroranschlag auf jüdische Einrichtungen vereitelt, meldete die US-Bundespolizei FBI. Vier Männer waren am Mittwoch verhaftet worden, als sie mit vermeintlichem Sprengstoff präparierte Autos vor ihren Zielen abstellen wollten. Doch je mehr Details über die mutmaßlichen Täter bekannt werden, desto mehr Fragen stellen sich nach der Rolle des "Informanten": Womöglich hätte es das Komplott ohne einen V-Mann der Polizei nie gegeben.

Drogen, Gewalt, Vorstrafen - die Vita der vier Festgenommenen aus Newburgh im Bundesstaat New York liest sich wie die Strafakte von Gewohnheitskriminellen. James Cromitie, als Kopf der Gruppe beschrieben, hat zwölf seiner 44 Lebensjahre im Knast verbracht. Zuletzt saß er ein, weil er vor einer Schule Drogen verkaufen wollte. Auch Onta Williams, 32, und David Williams, 28, sind wegen Drogendelikten vorbestraft. Laguerre Payen, 27, der offenbar an psychischen Störungen leidet, wurde wegen bewaffneten Raubes verurteilt.

In der Moschee Geld geboten

Zum Islam konvertiert, besuchte Cromitie in Newburgh eine Moschee. Dort betete nach Angaben von Imam Salahuddin Mustafa Muhammad seit 2007 auch ein Mann, der der Gemeinde verdächtig erschien: Der Fremde habe andere zum Essen eingeladen und viel "von Gewalt und Dschihad gesprochen", sagte der Imam der New York Times: "Da war etwas faul." Ein Gemeindemitglied habe erzählt, der Mann habe ihm Geld geboten, wenn er bei seinem "Team" mitmache. In der Moschee habe man ihn für einen Polizeispitzel gehalten.

Weniger argwöhnisch war offenbar Cromitie. Bald jedenfalls bemerkte auch der Besitzer von Danny's Restaurant in Newburgh, wo Cromitie sich oft mit Freunden traf, einen Fremden am Tisch: ein Asiate, um die 50, der meist die Rechnungen bezahlte. Laut US-Medien hatte das FBI den V-Mann 2002 angeworben, nachdem er wegen Finanzbetrug festgenommen worden war. Er soll sich der Gruppe als Kontaktmann einer pakistanischen Terrororganisation vorgestellt haben. Ob er einem Terrorkomplott auf die Spur kam oder selbst eines initiierte, ist unklar: Die Behörden beschreiben Cromitie als den Mann, der die Ziele in New York, auswählte. Der V-Mann besorgte laut Anklage vermeintlichen Sprengstoff und eine entschärfte Boden-Luft-Rakete, mit der die Gruppe ein Militärflugzeug habe abschießen wollen.

"Man kann sich schwer einen gruseligeren Anschlag vorstellen", erklärte Vizestaatsanwalt Eric Snyder. Wer die Idee dazu hatte, dürften die Gerichte klären.

Zur Homepage

Anzeige

comments powered by Disqus

Anzeige

Ressort

Nachrichten aus den Inland und Ausland, Analysen und Kommentare.

Rente

Die Tücken der gleichen Rente

Von  |
Mauer weg, Ungleichheiten nicht: Bezogen auf die Rente herrscht noch immer ein Gefälle zwischen Ost und West.

Bis heute werden die Renten in West und Ost unterschiedlich berechnet. Das will die Bundesregierung jetzt ändern. Aber sorgt sie damit automatisch für mehr Gerechtigkeit? Mehr...

Attentate in Deutschland

Die hypnotische Wirkung des Grauens

Eine Frau sitzt nach dem Amoklauf in München auf den Treppenstufen vor dem Olympia-Einkaufszentrum (OEZ).

Das Grauen ist nach den jüngsten Attentaten in Deutschland kein abstraktes Fernsehbild mehr, sondern schleicht sich in unser Leben. Dennoch dürfen wir nicht in einen Ausnahmezustand ohne Ende verfallen. Der Leitartikel. Mehr...

Verlagsveröffentlichung


Der Kampf um die Startbahn West +++ Tschernobyl-Katastrophe erreicht Frankfurt +++ Attentate erschüttern Rhein-Main-Gebiet +++ Der Main erhält ein Museumsufer +++ Hochhäuser in Frankfurt

Videonachrichten Politik
Dossier


Millionen Menschen verlassen ihre Heimat. Sie fliehen vor Krieg oder Umweltschäden; sie suchen Arbeit, ein besseres Leben. Nicht wenige sterben, etwa vor Lampedusa. Andere schaffen es nach Deutschland - und werden hier nicht immer gut behandelt.

Übersichtsseite - alles auf einen Blick.

Zuwanderung in Frankfurt und Rhein-Main.

Schicksale - die betroffenen Menschen.

Lampedusa - Europa schottet sich ab - die Folgen.

Anzeige

Talkshow-Kritiken auf einen Blick
Meinung