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Politik
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19. Januar 2013

Niedersachsen: Merkels Mac in bester Laune

 Von Bernhard Honnigfort
„Noch knapper als jetzt kann es nicht werden“, erzählt der 42-jährige CDU-Ministerpräsident.  Foto: dpa

Weil die FDP wieder etwas atmet, wird die Landtagswahl in Niedersachsen ein echter Krimi. „Noch knapper als jetzt kann es nicht werden“, sagt David McAllister.

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Lüneburg –  

Otto Waalkes – der Mann, der da auf der Bühne in der Lüneburger Ritterakademie lässig vor sich hin plaudert und sein Publikum unterhält, klingt in entspannten Momenten haargenau wie der ostfriesische Komiker: Leichte Stimme, leichter Witz, leichtes Lachen, leichte Kost.

Der Mann im dunklen Anzug macht zwar keine Witze, aber er ist ein guter Entertainer und seine gehobene Stimmung überträgt sich schnell auf die etwa 200 Leute, die „ihren“ David McAllister in der letzten Woche vor der Landtagswahl einmal hören und erleben wollen. „Noch knapper als jetzt kann es nicht werden“, erzählt der 42-jährige CDU-Ministerpräsident, der am Sonntag seine schwarz-gelbe Mehrheit im Landtag von Hannover verteidigen möchte. Normalerweise fürchten regierende Wahlkämpfer, wenn es für sie knapp wird. Für McAllister ist das allerdings ein großer Fortschritt.

Endspurt vor der Wahl

Vor einigen Monaten stand es nämlich schlimm um den Christdemokraten aus Bad Bederkesa. Die Demoskopen und die Landtagsopposition aus SPD, Grünen und Linken hatten den Juristen und dessen Koalitionspartner FDP politisch schon beerdigt. Zwischen Schwarz-Gelb und Rot-Grün klaffte ein Riesenloch von mehr als zehn Punkten. Die Wiederwahl erschien utopisch.

Doch im Endspurt haben sich die Dinge etwas gedreht, beide Lager liegen nach jüngsten Umfragen gleichauf, 46 zu 46, und die CDU deutlich vor der SPD. Ob die FDP, die um die Fünfprozentmarke herumkrebst, tatsächlich den Sprung schafft, bleibt ungewiss. An der Kleinpartei hängt jetzt das Schicksal des CDU-Ministerpräsidenten.

Also plaudert er munter drauflos, den liberalen Strohhalm im Blick. Natürlich kämpfe er um beide Stimmen für die CDU, sagt er. Das scheint er nicht wirklich ernst zu meinen. In der CDU hat man begriffen, wer diesmal dringend ein paar Zweitstimmen braucht.

Keine Wechselstimmung


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Manchmal schimpft sich McAllister ein bisschen den Unrat von der Seele, der sich im Wahlkampf angesammelt hat. Er wurde als „Muttis Bester“ oder „Merkels Mac“ verspottet. „Na und“, ruft er. Ein kurzer Draht zur Kanzlerin schade nie. Und dass er nicht zu der Politikersorte gehöre, die Sonntagabends bei Günther Jauch in der Talkshow hocke: „Na und. “ Nicht sein Ding, er gucke sich das lieber mit seiner Frau vom heimischen Sofa aus im Fernsehen an und denke jedesmal: „Habt ihr kein Zuhause, Kollegen?

Und am Ende kommt der Mann, der das Amt vor zweieinhalb Jahren von Christian Wulff übernahm, gerne mit einem Konrad Adenauer. „Wahlkampf macht Spaß“, zitiert er den Alten und fügt im breiten Rheinisch dann den zweiten Satz seines großen Vorbildes an, der ihm den Schlusslacher garantiert: „Hauptsache man jewinnt.“

Es ist vieles im Unklaren vor dieser Wahl. Eigentlich herrscht keine Wechselstimmung, sagen die Demoskopen. Kein Mensch weiß, ob es die Linke noch einmal in den Landtag schafft. Eine Niederlage wäre wohl das Ende der Westausdehnung. Sahra Wagenknecht reiste unermüdlich durch den verschneiten Norden. Klarer scheint die Niederlage der Piraten: Bei den Newcomern herrscht nach vier Siegen bei Landtagswahlen Flaute. Der offenkundige Mangel an seriösen Politikangeboten dämpft den Hype. Die Grünen, die in Umfragen stabil bei 13 Prozent plus stehen, hadern ein wenig mit dem Traumpartner SPD. Einerseits wegen Steinbrück. Andererseits: Der SPD-Spitzenkandidat, Hannovers Oberbürgermeister Stephan Weil, kennt man nicht auf dem Lande.

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