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08. Januar 2009

NPD: Braune Basis bröckelt

 Von JÖRG SCHINDLER
Thomas Wulff hat das Ende der "Volksfront von rechts" verkündet. Foto: dpa

Die "Freie Kameradschaften" kündigen der NPD die Gefolgschaft auf. Von Jörg Schindler

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Nach dem Verlust von Millionenbeträgen und dem drohenden politischen Ende ihres langjährigen Vorsitzenden kommt der NPD nun auch die militante Basis abhanden. Etliche Mitglieder sogenannter Freier Kameradschaften haben der Partei zum Jahreswechsel den Rücken gekehrt. Sie folgten dem Aufruf eines ihrer einflussreichsten Anführer, Thomas Wulff, der das Ende der "Volksfront von rechts" verkündet hat.

Der Pakt der NPD mit weiten Teilen der Neonazi-Szene war vor vier Jahren geschmiedet worden. Um die überalterte Partei im Wortsinne schlagkräftiger zu machen, trat Wulff, der sich "Steiner" nennt, im September 2004 gemeinsam mit den beiden Kameradschaftsführern Thorsten Heise und Ralph Tegethoff der NPD bei. Als Drahtzieher der Aktion galt NPD-Chef Udo Voigt. Dessen Gefolgschaft bröckelt, seit die Partei über gefälschte Rechenschaftsberichte in ihren schlimmsten Finanzskandal schlitterte. Die Staatsanwaltschaft Münster gab am Mittwoch bekannt, dass wegen dubioser Finanzpraktiken nun auch gegen Voigt persönlich ermittelt werde.

Der vorbestrafte Neonazi Wulff zählte lange zu Voigts Vertrauten, hat sich nun aber von diesem losgesagt. Nach einem Treffen führender Neonazis warf Wulff dem NPD-Chef "Verrat" vor. Aber auch Voigts innerparteilichen Gegnern hält der Neonazi "klebrig-bleierne Kameraderie" vor. Sie hätten die braune Szene wiederholt mit "Verleumdung und offener Hetze" überzogen. Ein weiterer Pakt zwischen Wulffs Gefolgsleuten und der NPD scheint damit selbst dann ausgeschlossen, wenn die Partei im Frühjahr eine neue Führung wählen sollte. Die freie Szene, so Wulff, sollte "verstärkt der eigenen Kraft vertrauen".

Ob er selbst dabei eine führende Rolle spielen kann, ist zweifelhaft. Die Staatsanwaltschaft ermittelt nämlich auch gegen ihn. Hintergrund ist das Begräbnis eines Neonazis in Passau im Juni vergangenen Jahres, als Wulff eine Hakenkreuzflagge ins Grab gelegt haben soll. Er und seine Gefolgsleute gerieten seinerzeit mit Passaus Polizeichef Alois Mannichl aneinander, gegen den im Dezember ein Attentat verübt wurde. Sollte Neonazi Wulff der Prozess gemacht werden, drohen ihm bis zu drei Jahre Haft.

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