Düsseldorf. Bei der Regierungsbildung in Nordrhein-Westfalen ist neben einer großen Koalition jetzt auch ein Ampel-Bündnis möglich. Der FDP-Landesvorstand gab am späten Montagabend seinen Widerstand gegen Sondierungsgespräche mit SPD und Grünen auf.
Die FDP sei grundsätzlich gesprächsbereit, sagte FDP-Chef Andreas Pinkwart am Montag nach einer Sitzung des Landesvorstands. Der Ball liege aber bei CDU und SPD, die derzeit die Chancen einer großen Koalition ausloten. Schwarz und Rot treffen sich an diesem Dienstag zu einem zweiten Sondierungsgespräch.
Im Fünf-Parteien-System bedürfe es "der Offenheit aller demokratischen Parteien bei der Regierungsbildung", heißt es in einem Beschluss des Landesvorstands. Oberstes Ziel müsse es sein, "bei schwierigen Mehrheitsverhältnissen zu einer stabilen Regierung im Interesse des Landes zu finden".
Der FDP-Landesverstand begrüßte ausdrücklich den Abbruch der Sondierungsgespräche von SPD und Grünen mit der Linkspartei. Bislang hatte die FDP ihr Nein zu Gesprächen über eine Ampel mit den Kontakten von SPD und Grünen mit der Linken begründet. "CDU, SPD und Grüne sind für die FDP Gesprächspartner im demokratischen Parteienspektrum", zitierte Pinkwart aus dem Vorstandsbeschluss.
Die Grünen sehen eine Koalition mit der FDP allerdings mit großer Skepsis: "In NRW müsste sich insbesondere die FDP-Fraktion quasi neu erfinden, um von marktradikal auf sozialliberal umschalten zu können", kommentierte die Landesparteispitze Ampel-Überlegungen.
CDU und SPD setzen heute ihre Sondierungen für eine große Koalition in Nordrhein-Westfalen fort. Im zweiten Gespräch soll es unter anderem um das schwierige Feld Bildungspolitik gehen. Nach der ersten Runde in der vergangenen Woche hatte sich die CDU deutlich positiver über die Chancen einer schwarz-roten Koalition geäußert als die SPD.
Neben inhaltlichen Differenzen müssen beide Parteien auch die Frage klären, wer in einem Bündnis den Ministerpräsidenten stellen würde. Sowohl die CDU als auch die SPD erheben Anspruch auf das Führungsamt.
Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU) setzt seine Hoffnungen weiter auf eine große Koalition. "Die Sondierungsgespräche laufen nach meiner Einschätzung gut", sagte er. "Es gibt die große Aufgabe, eine stabile Landesregierung in schwieriger Zeit zu bilden." Nach dem Rücktritt von Bundespräsident Horst Köhler hätten die Parteien in Nordrhein-Westfalen eine zusätzliche Verantwortung.
Zu einer wesentlich pessimistischeren Einschätzung kommt dagegen die SPD. "Ich habe aus dem ersten Gespräch noch keine belastbaren Hinweise, dass die CDU bereit und imstande ist, einen Politikwechsel zu beginnen", sagte Norbert Römer, Mitglied der SPD-Verhandlungskommission, der Nachrichtenagentur dpa. Dies betreffe sowohl programmatische als auch persönliche Grundlagen einer Zusammenarbeit. (dpa)
Nachrichten aus der Politik, Kommentare, Doku und Debatten

Damir Fras ist unser US-Korrespondent
Olivia Schoeller berichtete zuvor aus Washington
Daniel Haufler ist Redakteur im Ressort Meinung
Countdown für Obama - das Weblog zur US-Wahl
Bleibt Barack Obama Präsident der USA? Oder macht Mitt Romney von den konkurrierenden Republikanern das Rennen?
US-Wahl-Spezial mit Analyse und Hintergrund
Interaktive Karte zu den Vorwahlen der Republikaner
Exklusive Reportagereise durch den Wahlkampf
Weblog der USA-Experten unserer Redaktion
Bombardiert Israel die iranischen Atomanlagen? Weitet sich der Konflikt zum Regionalkrieg aus? Werden gar die USA hineingezogen? Die Lage in Nahost spitzt sich dramatisch zu. Das Spezial.
Ihr Wunsch-Bundespräsident Wulff scheitert, sie muss Gauck als Nachfolger hinnehmen, ihre Mehrheit steht im Bundestag nicht mehr hinter ihr: Die Autorität von Bundeskanzlerin Merkel schwindet. Das Spezial.
Manchmal sind es die kleinen, schönen Dinge am Rande, die beeindrucken. Die zeigen wir in unseren Bildern des Tages.