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01. April 2012

NS-Bau für 2,75 Millionen Euro: Berliner Investor ersteigert Prora-Block

Allein für den Umbau der 150 Meter, die die Jugendherberge nutzt, brauchten die Firmen anderthalb Jahre. 

Das Seebad Prora auf Rügen war ein Prestige-Objekt des Dritten Reiches und wurde danach zur schwer vermittelbaren Ruine. Im Juli 2011 war die längste Jugendherberge der Welt eingezogen - nun hat ein Berliner Investor den leer stehenden Block 1 gekauft.

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Das Seebad Prora auf Rügen war ein Prestige-Objekt des Dritten Reiches und wurde danach zur schwer vermittelbaren Ruine. Im Juli 2011 war die längste Jugendherberge der Welt eingezogen - nun hat ein Berliner Investor den leer stehenden Block 1 gekauft.

Prora/Berlin –  

Der Investor habe sein Gebot über 2,75 Millionen Euro per Telefon abgegeben, sagte Auktionator Mark Karhausen am Sonnabend in Berlin. Die anderen Interessenten für den ehemaligen Kasernenkomplex hätten aufgrund der hohen Summe kein Gebot abgegeben. Der erfolgreiche Bieter habe sich bereits vor der Auktion gründlich über die Anlage informiert. „Er kennt alle Planungsunterlagen“, sagte Karhausen. „Er wusste genau, was er kriegt“.

Für die leer stehende Immobilie mit ihren 26.000 Quadratmetern Nutzfläche samt 21,6 Hektar großem Grundstück war ein Mindestgebot von 798.000 Euro festgesetzt worden. Das Gebäude sollte in den 30er Jahren Teil des Kraft-durch-Freude-Bades der Nazis werden. Laut rechtsgültigem Bebauungsplan können in den sechs Etagen des Komplexes unmittelbar am Ostseestrand Wohnungen und ein Hotel entstehen.

Der Immobilienhändler Ulrich Busch hatte die Blöcke 1 und 2 vor sechs Jahren vom Bund erworben. Zusammen mit einem österreichischem Investor plante er für 100 Millionen Euro 400 vor allem altersgerechte Wohnungen und ein 400-Betten-Hotel. Doch während der Sohn des bekannten Sängers Ernst Busch an seinem Teil des Gemeinschaftsprojekts festhält, gingen seinem Geschäftspartner angesichts des gigantischen Sanierungsumfangs offenbar die Mittel aus. Er steige aus persönlichen Gründen aus, verkündete er vor wenigen Monaten.

Busch, der bereits das Smart Hotel im benachbarten Binz betreibt, plant inzwischen eine etwas abgespeckte Variante: Zusammen mit einem Baukonsortium soll Block 2 mit 30 Millionen Euro aufgemöbelt werden. Nach jahrelangen Verzögerungen sollen die Bauarbeiten angeblich noch in diesem Frühjahr beginnen.

Vorgesehen sind 200 Wohnungen für Feriengäste und Einheimische sowie ein Hotel mit 380 Betten, Schwimmbad und Wellnessbereich. Im vergangenen Sommer hatte bereits eine Jugendherberge in dem Gebäude-Komplex eröffnet. (dapd)

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