Köln. Die religionskritische Giordano-Bruno-Stiftung hat dem Kölner Kardinal Joachim Meisner "Propaganda der übleren Sorte" vorgeworfen. In einer Predigt hatte der Katholik dem britischen Genetiker und Atheisten Richard Dawkins ein der NS-Ideologie vergleichbares Weltbild unterstellt. Der Sprecher der Stiftung, Michael Schmidt-Salomon, sagte, Meisners Vergleich sei "demagogisch", der Kardinal wolle konfessionsfreie Menschen diskreditieren.
Wenn man unbedingt einen Vergleich mit dem Nationalsozialismus ziehen wolle, müsse man festhalten, "dass es weit größere Parallelen zwischen Meisners Glauben und der Naziideologie gibt als zwischen religionskritischen Wissenschaftlern und dem Nationalsozialismus", erklärte Schmidt-Salomon weiter. Der Nationalsozialismus sei keineswegs atheistisch gewesen.
Meisner hatte gesagt: "Ähnlich wie einst die Nationalsozialisten im einzelnen Menschen primär nur den Träger des Erbgutes seiner Rasse sahen, definiert auch der Vorreiter der neuen Gottlosen, der Engländer Richard Dawkins, den Menschen als ,Verpackung der allein wichtigen Gene, deren Erhaltung der vorrangige Zweck unseres Daseins sei."
Der Kölner Generalvikar Dominik Schwaderlapp wies Kritik an Meisner zurück. Der Kardinal habe "weder Richard Dawkins zum Nazi erklärt, noch die Naturwissenschaften pauschal verteufelt", sagte Schwaderlapp der Kölner Kirchenzeitung. (ddp/kna)
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