Nach dem Scheitern der privaten Finanzierung des Projekts "Nürburgring 2009" sind alle entsprechenden Verträge für das Vorhaben gekündigt. Der Aufsichtsrat der Nürburgring GmbH habe die Verträge noch am Mittwoch gekündigt, sagte Ministerpräsident Kurt Beck (SPD) am Donnerstag am Rande seiner diesjährigen Sommerreise mit Journalisten in Unkel.
Auch die zur Absicherung des Geschäfts auf einem Schweizer Konto hinterlegten 95 Millionen Euro seien auf dem Rückweg. Die Überweisungsträger für die Rücküberweisung seien bereits in Deutschland.
Zugleich äußerte sich Beck erstmals zur bislang geheim gehaltenen Identität des amerikanischen Finanziers, mit dessen Geld die Firma Pinebeck den Kauf der Nürburgring-Immobilien refinanzieren wollte. Es handele sich um Pierre S. DuPont, ein Mitglied der amerikanischen Chemieindustrie-Dynastie DuPont. Der am Dienstag zurückgetretene Finanzminister Ingolf Deubel (SPD), der den umstrittenen und letztlich gescheiterten Deal eingefädelt hatte, hatte bislang immer nur von einem bekannten amerikanischen Investor gesprochen.
Einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung" (Donnerstagausgabe) zufolge soll der "angebliche Herr duPont" einen Kontoauszug über 138 Millionen Euro bei der Wells Fargo Bank in London eingereicht haben und dann vorige Woche noch zwei Schecks über insgesamt 100 Millionen Dollar. Doch diese Schecks sollen auf den ersten Blick zumindest nicht gedeckt gewesen sein.
Der Direkter der Londoner Bank, der den Fall aufklären sollte, sei in Urlaub. DuPont selbst ist laut Bericht auch nicht zu erreichen. Bei der Firma Two Sigma Investments in New York, für die duPont Projekte betreut, habe ein Angestellter gesagt, er sei bis 20. Juli nicht zu erreichen, berichtete die "Süddeutsche Zeitung". Am Donnerstagmittag wollte Beck die nun über staatlich abgesicherte Kredite finanzierte Erlebniswelt Nürburgring eröffnen.
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