Aktuell: Griechenland | Ironman Frankfurt | Frauen-Fußball-WM | Flucht und Zuwanderung | Regionale Startseite
Möchten Sie zur mobilen Ansicht wechseln?
Ja Nein

Politik
Nachrichten und Kommentare zur Politik in Deutschland und der Welt

19. November 2012

Obamas neuer Vasall: Werben um Birma

 Von Willi Germund
Präsident Obama mit Birmas Oppositionsführerin Aung San Suu Kyi.  Foto: dpa

Der US-Präsident ruft bei seinem Besuch zu Frieden mit ethnischen Minderheiten auf

Drucken per Mail

Der Name „University of Yangon“ ist auf eine Holztafel gemalt worden. Als erster US-Präsident, der je Birma besucht hat, spricht Barack Obama an der bekanntesten und ältesten Hochschule des Landes. Wohl selten hat Obama vor einem so improvisierten Hintergrund gesprochen.

„Sie haben eine einmalige Chance“, rief Präsident Obama den ausgewählten Zuhörern zu. In dieser Universität, deren Studenten und Professoren stets kritisch gegenüber den Herrschenden waren, tötete die Militärjunta 1988 und 1996 Hunderte Menschen. „Sie können den Weg der Versöhnung mit ethnischen Gruppen gehen“, appellierte Obama an dem geschichtsträchtigen Ort. „Auch die Rohingya sind Menschen wie Sie und ich.“

Hetze gegen Staatenlose

Den Rohingya, einer muslimischen Volksgruppe, verweigert Birma die Staatsbürgerschaft. Bangladesch, wo die Staatenlosen ihre Wurzeln haben, hält die Grenzen geschlossen. Seit dem Sommer hetzen buddhistische Mönche und nationalistische Gruppen gegen die Muslime. Aus Angst vor neuen Übergriffen sind Zehntausende auf der Flucht.

Obama, der sich auf einer dreitägigen Reise durch Thailand, Birma und Kambodscha befindet, rührte mit seinem Appell an das größte Problem, dem sich das südostasiatische Land seit seiner politischen Öffnung zu stellen hat. Bislang gelang es der Regierung von Ex-General Thein Sein nicht, mit den ethnischen Minderheiten Frieden zu vereinbaren.

Geflimmer des Fortschritts

Obama warb für eine weitere Demokratisierung und trat entschieden dem Eindruck entgegen, seine sechsstündige Visite komme einem Segen für die bisherigen Reformen gleich. „Das Geflimmer des Fortschritts, das wir gesehen haben, darf nicht ausgelöscht werden.“ Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi, die der US-Präsident ebenso traf, hatte Obama vor übertriebener Zuversicht gewarnt.

Ein anderer Aspekt ist den USA wohl noch wichtiger. Washington sieht die Gelegenheit, einen bisher treuen Vasallen Chinas auf seine Seite zu ziehen. Den Trumpf Obamas beschreibt ein ranghoher südostasiatischer Diplomat so: „Nur die USA können ein Gegengewicht zu Peking bilden.“ Diese Stärke dürfte an diesem Dienstag besonders deutlich werden, wenn Obama am Ost-Asien-Gipfel in Kambodscha teilnimmt und die Flagge der Demokratie vor sich hochhält.

#video

Zur Homepage

Anzeige

comments powered by Disqus

Anzeige

Ressort

Nachrichten aus den Inland und Ausland, Analysen und Kommentare.

Energiewende

Stütze für Konzerne

Von  |
Wasserdampf steigt aus den Kühltürmen eines Braunkohlekraftwerkes in Brandenburg auf.

Die Bundesregierung subventioniert veraltete Kohlekraftwerke und damit Firmen, die die Energiewende verschlafen haben. Sie sollte lieber neue Technologien fördern. Ein Leitartikel. Mehr...

Fremdenhass in Sachsen

Stanislaw Tillich muss Position beziehen

Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU).

Fremdenhass herunterspielen und auf Investoren aus aller Welt hoffen – beides geht nicht. Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) muss sich entscheiden und Farbe bekennen. Der Leitartikel. Mehr...

FR-Schwerpunkt

Liebe. Nichts für Feiglinge.

 

Sie überwältigt, beglückt, fordert, treibt an. Ist Drama und Komödie, Sehnen und Verzweiflung. Liebe ist eine scharfe Waffe, für die Wirtschaft ein Riesengeschäft, für Politik und Religion ein Instrument, das mit Kalkül eingesetzt wird.

Wir finden Worte für die Liebe - im Schwerpunkt der Frankfurter Rundschau im Mai und Juni.

Hinweis: Unser Vertrieb bietet dazu ein vergünstigtes sechswöchiges Digital-Abo für das ePaper sowie unsere iPad- und Android-App an.

Liebesgrüße: Wenn Sie unseren Schwerpunkt lieben, verschicken Sie doch mal Liebesgrüße.

Verlagsveröffentlichung


Der Kampf um die Startbahn West +++ Tschernobyl-Katastrophe erreicht Frankfurt +++ Attentate erschüttern Rhein-Main-Gebiet +++ Der Main erhält ein Museumsufer +++ Hochhäuser in Frankfurt

Videonachrichten Politik
Dossier


Millionen Menschen verlassen ihre Heimat. Sie fliehen vor Krieg oder Umweltschäden; sie suchen Arbeit, ein besseres Leben. Nicht wenige sterben, etwa vor Lampedusa. Andere schaffen es nach Deutschland - und werden hier nicht immer gut behandelt.

Übersichtsseite - alles auf einen Blick.

Zuwanderung in Frankfurt und Rhein-Main.

Schicksale - die betroffenen Menschen.

Lampedusa - Europa schottet sich ab - die Folgen.

Anzeige

Talkshow-Kritiken auf einen Blick
Meinung