Was sich vor zwei Monaten noch zum Treffpunkt einer berlinweiten Protestbewegung von Kapitalismuskritikern entwickeln sollte, endete am Montagnachmittag als stiller Rückzug einiger Verbliebener. Die Polizei hat am gestrigen Montag das von Occupy-Aktivisten besetzte Gelände des früheren Bundespressestrandes geräumt.
Gegen 14 Uhr forderte die Polizei die 15 Besetzer auf, das Gelände bis 17 Uhr freiwillig zu verlassen. 100 Polizisten waren im Einsatz. Doch sie hatten nicht viel zu tun. Die Beamten nahmen die Personalien der Anwesenden auf, dann sammelten die Besetzer ihre Sachen im Camp zusammen und luden sie auf einen Transporter. Am Freitag hatten sie noch angekündigt, nicht freiwillig zu gehen. Ein Polizeisprecher sagte, die Räumung sei friedlich und ohne Festnahmen verlaufen.
Am Abend wollte die Polizei das Gelände der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben übergeben. Auf dem Areal entsteht das neue Bundesbildungsministerium. Die Bundesanstalt hatte am Freitag Strafanzeige gegen die Besetzer und ein Räumungsbegehren bei der Polizei gestellt. Mehrfach hatte die Behörde die Duldungsfrist der Camp-Bewohner verlängert.
Anhänger der weltweiten Occupy-Bewegung gegen den Kapitalismus und die Macht der Banken hatten Anfang November die unbebaute Fläche am Kapelle-Ufer besetzt und dort ihre Zelte aufgestellt. Zu einer stadtweiten Protestbewegung entwickelte sich das Protestlager aber nicht. Es gab Streit, immer mehr Bewohner verließen frustriert das Camp. Einige Aktivisten denken jetzt über einen Ortswechsel des Camps nach.
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