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11. März 2016

Ökumenischer Rat: Kirchen fordern Schutz von Christen

 Von Kristin Hermann
Wie viele Christen nach Deutschland geflüchtet sind, ist unklar.  Foto: dpa

In Flüchtlingsunterkünften werden immer wieder christliche Flüchtlinge angefeindet. Der Ökumenische Rat in Berlin-Brandenburg fordert deshalb einen besseren Schutz der Minderheit.

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Die Religionsfreiheit gilt in Deutschland überall, auch in Flüchtlingsheimen. So wünschen es sich die Behörden. Allerdings häufen sich Berichte, wonach es dort vermehrt zu religiösen Anfeindungen komme – vor allem gegen christliche Flüchtlinge. Anfang März hat sich deshalb der Ökumenische Rat Berlin-Brandenburg (ÖRBB) für besondere Schutzmaßnahmen für christliche Flüchtlinge ausgesprochen. Damit ist er nun selbst in die Kritik geraten.

Der ÖRBB, ein Zusammenschluss von 30 christlichen Kirchen in Berlin und Brandenburg, hatte in einem offenen Brief an Berlins Regierenden Bürgermeister Michael Müller (SPD) und Sozialsenator Mario Czaja (CDU) vor der Gewalt gegen Christen in den Unterkünften gewarnt. Als eine Minderheit unter den Flüchtlingen würden Christen von muslimischen Asylbewerbern immer wieder als Menschen zweiter Klasse behandelt und seien sehr oft verbaler und manchmal sogar physischer Gewalt ausgesetzt, warnte der Vertreter der griechisch-orthodoxen Kirche, Archimandrit Emmanuel Sfiatkos.

Auch wenn es für die deutsche Behörden nicht politisch opportun sei, die Religionszugehörigkeit zu erfassen, wisse man doch, dass die Betreiber von Notunterkünften die Zahl der Christen unbürokratisch abfragen könnten. „Durch diese Initiative wäre bereits ein wichtiger Schritt zum Schutz der geflüchteten Christen getan“, sagt Sfiatkos.

Klare Regeln sind wichtig

Der gesamte Brief mit den Forderungen war bis vor kurzem auf der Internetseite des ÖRBB einsehbar. Mittlerweile lässt er sich nicht mehr abrufen, denn das Schreiben kam nicht bei allen gut an. „Es gab Reaktionen auf den offenen Brief, in denen uns generelle Kritik an Muslimen vorgeworfen wurde. Das war nie unser Anliegen“, sagt Hans-Joachim Ditz, Geschäftsführer des ÖRBB. Damit das Schreiben an den Senat nicht zur Verschärfung eines Religionskonflikts zwischen Christen und Muslimen benutzt wird, habe man es sicherheitshalber von der Homepage genommen. „Es geht uns um die Respektierung der Religionsfreiheit, eben auch zugunsten der geflüchteten Christen“, sagt Ditz. Deshalb setze sich der ÖRBB nicht für eine Separierung der christlichen Flüchtlinge ein, sondern für eine höhere Quote in gemeinsamen Einrichtungen mit muslimischen Flüchtlingen.

Um Konflikten zwischen christlichen und muslimischen Flüchtlingen vorzubeugen, seien klare Regeln wichtig, sagt Matthias Nowak, Sprecher vom Malteser Hilfsdienst in Berlin. Deshalb hätten die Malteser in ihren beiden großen Notunterkünften im Kongresszentrum ICC und in Neukölln von Anfang an eine Hausordnung festgelegt, die besagt, dass jeder seine Religion ausleben kann. Etwa 15 Prozent der Flüchtlinge im ICC seien christlich. „Es kommen oft Pfarrer in die Einrichtung, damit die Christen genauso Ansprechpartner haben wie die Muslime“, sagt Nowak.

Auseinandersetzungen habe es deshalb bisher nicht gegeben. Nowak kann sich aber vorstellen, dass es in einigen Unterkünften anders aussieht. „Wir können in unserer Arbeit viele Sozialarbeiter einsetzen – das hilft“, sagt er. Andere Unterkünfte würden fast nur durch Sicherheitsleute verwaltet, da könne die Betreuung auf der Strecke bleiben.

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