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29. Januar 2011

Organspende-Neuregelung: Jeder muss sich entscheiden

Einen Spenderausweis haben nach abweichenden Angaben bislang nur 14 bis 25 Prozent der Bundesbürger. (Archivbild)

In die Neuregelung der Organspende in Deutschland kommt Bewegung - sogar Union und SPD sind ausnahmsweise einmal einer Meinung. Unter der Leitung von Frank-Walter Steinmeier, der seiner Frau im vergangenen Jahr eine Niere spendete, arbeiten die Fraktionen an einer Neuregelung.

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Berlin –  

Auf Einladung von SPD-Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier trafen sich die Vorsitzenden aller Bundestagsfraktionen, um den Vorstoß für mehr Spenderorgane abzustimmen, wie die «Bild»-Zeitung berichtet.

Nach Schätzungen warten in Deutschland etwa 12 000 Menschen auf ein Spenderorgan. SPD und CDU schlagen vor, dass jeder erwachsene Bundesbürger sich für oder gegen eine mögliche Organspende entscheiden muss. Dies könnte beispielsweise bei Ausgabe eines Führerscheins oder Personalausweises erfolgen. Diese Willensbekundung könnte dann in dem Dokument vermerkt und jederzeit auch wieder geändert werden. Bislang wird die Bereitschaft zur Organentnahme im Todesfall in einem separaten Spenderausweis erklärt.

Das Treffen habe am Donnerstagabend auf Einladung von Steinmeier stattgefunden, der im vergangenen Jahr seiner Frau eine Niere gespendet hatte. Der SPD-Politiker sagte in «Bild» zur Organspende-Initiative: «Ich bin zuversichtlich, dass das schnell gehen kann. Denn wir sind uns im Ziel weitgehend einig. Wenn sich die Details rasch klären lassen, bekommen wir das in diesem Jahr noch hin.»

In Umfragen begrüßen mehr als zwei Drittel der Deutschen Organspenden. Einen Spenderausweis haben aber nach abweichenden Angaben nur 14 bis 25 Prozent der Bundesbürger.

Nach Angaben der Deutsche Stiftung Organtransplantation (DSO) hat die Bereitschaft zu Organspenden im vergangenen Jahr zugenommen. 2010 spendeten fast 1.300 Menschen nach ihrem Tod Organe, 6,5 Prozent mehr als 2009. Damit sei die Zahl der Organspender so hoch wie nie zuvor gewesen. Die Nierenspende Steinmeiers habe die öffentliche Diskussion über Organspende neu angestoßen, hatte DSO-Vorstand Thomas Beck erklärt. Nun sei es nötig, politisch und gesellschaftlich „die Weichen richtig zu stellen“. (dpa/dapd)

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