Mehr als ein Drittel aller Ostdeutschen ist einer Studie zufolge ausländerfeindlich. 40 Prozent der Befragten seien negativ gegenüber Ausländern eingestellt, sagte der Präsident des Sozialverbands Volkssolidarität, Gunnar Winkler, am Montag bei der Vorstellung der Umfrage "Die Sicht der Ostdeutschen auf 20 Jahre friedliche Revolution".
Im Auftrag der Volkssolidarität befragte das Sozialwissenschaftliche Forschungszentrum Berlin-Brandenburg rund 1900 Ostdeutsche. Als mögliche Ursache der Fremdenfeindlichkeit nannte Winkler, dass die Menschen in der DDR "das Zusammenleben mit Ausländern nicht gekannt" und daher fremdenfeindliche Klischees übernommen hätten. Auch heute seien nur zwei Prozent der Bevölkerung Ausländer.
Gleichzeitig habe für 67 Prozent der Befragten die Demokratie einen hohen oder gar sehr hohen Stellenwert, sagte Winkler. Zufrieden mit der Demokratie sind der Studie zufolge jedoch nur elf Prozent, mit dem politischen Einfluss sieben Prozent.
Insgesamt sehen sich 20 Jahre nach der friedlichen Revolution 38 Prozent der Ostdeutschen als Gewinner. Der Umfrage zufolge gaben 18 Prozent an, die Einheit sei vor allem ein Gewinn, 20 Prozent fanden, sie sei mehr Gewinn als Verlust. 23 Prozent sehen sich als Verlierer, 30 Prozent hielten Gewinn und Verlust für gleich groß. Allerdings fühlt sich nur rund ein Drittel der über 35-Jährigen sich "hinsichtlich ihres Lebens in der DDR" anerkannt, ein weiteres Drittel "teilweise". Zehn Prozent der Befragten wollten die DDR wiederhaben. Arbeitslose wollten zu 26 Prozent, Menschen in prekären Arbeitsverhältnissen zu 24 Prozent die DDR wiederhaben. Hingegen fühlten sich 25 Prozent der Menschen in den neuen Bundesländern als "richtige Bundesbürger".
Der Umfrage zufolge ist 20 Jahre nach der friedlichen Revolution knapp die Hälfte der Ostdeutschen mit dem Leben zufrieden. So zeigten sich 40 Prozent der Befragten "zufrieden" und vier Prozent "sehr zufrieden". Nach 1990 habe die Zufriedenheit zunächst rapide zugenommen, seitdem sei sie in Intervallen gesunken. (epd)
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Damir Fras ist unser US-Korrespondent
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