Berlin. Die heute 38- bis 48-Jährigen im Osten werden voraussichtlich rund 600 Euro Rente erhalten. Das hat das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung berechnet. Der Betrag liegt damit auf dem Niveau der Grundsicherung.
Die Renten in Ostdeutschland werden künftig zum Teil deutlich sinken. Das geht aus einer Studie hervor, die das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) in Berlin vorgestellt hat. Für einen Großteil derjenigen, die ab Ende der 2020er Jahre aus dem Erwerbsleben ausscheiden, werde die gesetzliche Rente sogar nahe oder unter der Grundsicherung von 600 Euro liegen.
Im Rahmen eines von der Deutschen Rentenversicherung geförderten Forschungsprojekts errechnete das DIW, wie sich die Rentenreformen und die Entwicklung am Arbeitsmarkt in Ost und West auf die Rentenzahlungen auswirken. In Gesamtdeutschland wird es demnach vor allem für gering Qualifizierte mit häufigen Zeiten der Erwerbslosigkeit schwieriger, das Rentenniveau zu halten.
Westdeutsche Männer insgesamt können allerdings mit einer relativ stabilen Rentenhöhe von rund 1100 Euro rechnen. Verbesserungen sagen die Experten für westdeutsche Frauen voraus, allerdings auf niedrigem Niveau. Bekommen Frauen in den Jahrgängen 1937 bis 1941 im Durchschnitt 449 Euro, werden Frauen der Jahrgänge 1967 bis 1971 vermutlich fast 600 Euro erhalten.
Trend zu Teilzeitbeschäftigung und Minijobs
Hauptgrund dafür sei die anhaltend hohe Arbeitslosigkeit in Ostdeutschland in Kombination mit der Absenkung des Rentenniveaus. Als politische Gegenstrategie rieten die DIW-Forscher, die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung zu stärken und die Lebensarbeitszeit zu verlängern.
"Die Entwicklung in Ostdeutschland ist dagegen zum Teil dramatisch", sagte Viktor Steiner, der die Studie leitete. "Bei den jüngeren von uns untersuchten Jahrgängen in Ostdeutschland wird der durchschnittliche Rentenzahlbetrag unter das durchschnittliche Niveau der Grundsicherung fallen."
Die Ursachen für diese Entwicklung hingen unmittelbar mit der Situation am Arbeitsmarkt zusammen: Seit Beginn der 1990er Jahre schnellte die Arbeitslosigkeit in Ostdeutschland nach oben und verharrt seitdem auf deutlich höherem Niveau als im Westen. Hinzu komme der Trend zu mehr Teilzeitbeschäftigung und Minijobs - vor allem Frauen rutschten in Ostdeutschland aus Vollzeitstellen in geringfügige Beschäftigung. (ddp/rtr)
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