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24. Oktober 2012

Pakistan: Taliban bedrohen weiteres Schulmädchen

 Von 
Unterstützung für Malala in Islamabad. Nun wird offenbar das nächste Mädchen bedroht.  Foto: dapd

Das Schicksal der 15-jährigen Pakistanerin Malala, die bei einem Mordanschlag der Taliban schwer verletzt wurde, hat die Welt erschüttert. Nun bedrohen die Islamisten eine weitere Schülerin, die sich für die Bildung von Mädchen einsetzt.

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Die pakistanischen Taliban haben offenbar ein weiteres Schulmädchen ins Visier genommen, weil sie sich öffentlich für die Bildung von Mädchen einsetzt. Hina Khan, Schülerin der elften Klasse in Islamabad, berichtete gegenüber dem Fernsehsender Al Dschasira von einem großen roten X, das Unbekannte auf das Gartentor ihres Elternhauses gemalt hätten. Am nächsten Tag habe ihr Vater dann einen Anruf bekommen. Nach Malala Yousafza sei Hina sei das nächste Ziel, habe der Unbekannte gesagt. Dennoch sei die pakistanische Polizei bisher nicht bereit, die Familie zu schützen.

Die 15jährige Malala war von Kämpfern der Tehrik e Taliban Pakistan, einer radikalen Schwestergruppe der afghanischen Taliban, angeschossen worden, weil sie sich für die Rechte von Mädchen und Frauen auf Bildung engagiert hatte. Nach dem Anschlag wurde sie in ein Krankenhaus in Großbritannien ausgeflogen, wo sie wegen einer schweren Kopfverletzung behandelt wird. Malalas Schicksal hatte weltweit Aufsehen erregt. Vor allem in Pakistan selbst reagierte die Öffentlichkeit mit Empörung und Unglauben auf den Mordanschlag an dem jungen Mädchen.

96 Anschläge auf Schulen

Genau wie Malala stammt auch Hina aus dem Swat-Tal, das zwischen 2007 und 2009 unter der Kontrolle militanter Islamisten stand. Malala schrieb in dieser Zeit einen vielbeachteten Blog über die Zustände im Swat-Tal. Hina hielt 2008 eine Pressekonferenz ab, um gegen den Schließung der Schulen für Mädchen zu protestieren. Nun befürchten sie und ihre Familie, dass sie das nächste Opfer der Tehrik e Taliban werden könnte.

Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch forderte die pakistanische Regierung dringend auf, Lehrer, Schüler und Schulen besser vor Anschlägen zu schützen. Allein seit Jahresbeginn hätten Kämpfer von Al Kaida und der Taliban 96 Anschläge auf Schulen verübt, heißt es in dem Aufruf der Organisation.

"Teile von Pakistan gehören heute zu den gefährlichsten Orten der Welt, um zur Schule zu gehen", sagte der Pakistan-Direktor von Human Rights Watch, Ali Dayan Hasan. "Es wird Zeit, dass die pakistanischen Behörden verstehen, dass es nicht reicht, seiner Empörung über solche Angriffe Luft zu machen. Die Anschläge werden erst enden, wenn ihre Urheber zur Verantwortung gezogen werden."

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