"Der Glaube an die Allmacht des Marktes und seine Selbstregulierung war verrückt": Frankreichs Staatspräsident Nicolas Sarkozy hat in scharfen Worten die weltweite Finanzkrise scharf kritisiert. Die Welt sei "um zwei Fingerbreit an einer Katastrophe vorbeigerutscht", weil das Finanzsystem " nicht den Unternehmer, sondern den Spekulanten begünstigt" habe, sagte er vor 4000 Parteifreunden am Donnerstag in Toulon. Dies sei jedoch nicht der Kern der Marktwirtschaft, die nicht auf kurz-, sondern langfristige wirtschaftliche Entwicklungen setze.
Sarkozy sieht in der Krise vor allem auch eine Chance, die Modernisierung seines Landes weiter zu beschleunigen. Er kündigte schärfere Kontrollen der Banken und der Ratingagenturen an, die er auf dem EU-Gipfel Mitte Oktober auch den Partnern vorschlagen wolle. Er werde sich dafür einsetzen, dass die in Frankreich so genannten "goldenen Fallschirme", also hohe Abfindungszahlungen für Manager, im Falle ihres Scheiterns nicht mehr gezahlt werden.
Sarkozy wiederholte seine Forderung nach einem Gipfeltreffen der Industriestaaten in den kommenden Wochen, um Konsequenzen aus der Krise zu ziehen. Dabei gelte es auch, die Währungsparitäten erneut zu diskutieren.
Der Staatschef zeigte sich überzeugt, dass Frankreichs Bankensystem den Herausforderungen gewachsen sei. Für den Fall, dass dies nicht durchweg gelte, kündigte er ein schnelles Eingreifen des Staates an : " Ich werde nicht zulassen, dass auch nur ein einziger Sparer durch die Spekulationen einen Cent verliert."
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