BERLIN. Das Wahljahr 2009 hat FDP und Grünen einen Rekordzulauf von Neumitgliedern beschert. Während die bisherigen Volksparteien CDU und SPD weiter schrumpften, legten die Liberalen per Saldo um knapp zehn Prozent und die Ökopartei um fast sieben Prozent zu.
"Noch nie haben so viele Menschen FDP gewählt und noch nie hat die FDP so viele neue Mitglieder aufgenommen", sagte FDP-Generalsekretär Christian Lindner der FR. Grünen-Geschäftsführerin Steffi Lemke berichtete von einer "ungebrochenen Eintrittswelle vor allem junger Leute".
Davon können die alten Volksparteien nur träumen. Zwar verzeichneten nach einer Umfrage der FR sowohl CDU wie SPD im politisch aufgeladenen Jahr der Bundestagswahl eine Verlangsamung des Abwärtstrends. Trotzdem hat die SPD vom Jahresanfang bis Ende November per saldo 9300 und die CDU rund 6000 Mitglieder verloren. Mit 522.944 Beitragszahlern liegt die CDU zum zweiten Mal in Folge vor der SPD (513.340), die nach dem Zweiten Weltkrieg traditionell die mitgliederstärkste Partei war.
Immerhin habe man den drastischen Mitgliederrückgang der Jahre 2006 und 2007 "mehr als halbieren" können, trösten sich die Verantwortlichen in der CDU.
Der Überdruss der Bevölkerung
Die SPD verspürte bereits im September mit 2767 Eintritten einen überdurchschnittlichen Zulauf und registriert seither rund 1950 Online-Eintritte. Daraus schöpft sie Hoffnung für eine Trendwende in der Zukunft. Die CSU, mit etwa 165.000 Mitgliedern zum Jahresbeginn drittstärkste Partei, kann noch keine aktuellen Zahlen vorlegen.
Mit einem Plus von 6396 auf 71996 Männer und Frauen zum 30. November liegt die FDP im Wettstreit um neue Mitglieder eindeutig vorn. Allein seit der Bundestagswahl sind knapp 2000 Beitragszahler hinzugekommen. "In allen Bevölkerungsschichten wächst die Unterstützung für liberale Politik", behauptet Generalsekretär Lindner.
Das sehen die Grünen naturgemäß anders. Sie führen ihren Zuwachs um 3051 auf 48.163 Mitglieder auf den Überdruss der Bevölkerung an der neuen Regierung zurück. "Die Leute wollen sich nicht abfinden mit einer schwarz-gelben Politik, die ihre Zukunft verbaut, und entscheiden sich ganz gezielt für die grüne Opposition", sagt Steffi Lemke.
Die Linkspartei legt derzeit lediglich im Westen der Republik zu. Ihre jüngsten Zahlen stammen von Ende September, als bundesweit 77645 Mitglieder (plus 1677) gezählt wurden. Während die Partei in Ostdeutschland langsam, aber stetig schrumpft, hat sie in NRW ihre Mitgliederzahl seit 2006 auf 8584 verdoppelt.
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