Peking. Neue Bombenanschläge in Xinjiang, Festnahmen von Demonstranten, ein Mord an einem US-Touristen - mehrere Ereignisse haben das Eröffnungswochenende der Olympischen Spiele in Peking überschattet. Als Folge erhöhten die Behörden die ohnehin starken Sicherheitsbestimmungen.
Mindestens acht Menschen wurden Berichten der staatlichen Medien zufolge in der Nacht zum Sonntag bei Bombenanschlägen in der Region Xinjiang getötet. Bei der offensichtlich gut geplanten Attacke in der Stadt Kuqa hätten 15 Angreifer selbstgebastelte Bomben auf eine Polizeistation geworfen, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua.
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Bei dem Angriff und der späteren Verfolgungsjagd seien ein Wachmann sowie sieben der Angreifer getötet worden. Augenzeugen, die sich zu dem Zeitpunkt in Kuqa aufhielten, berichteten gegenüber der Deutschen Presseagentur, dass mindestens 21 Explosionen die Stadt erschüttert hätten.
Unruhiges Xinjiang
Erst vor vier Tagen waren bei einem anderen blutigen Zwischenfall in der Stadt Kashgar 16 Polizisten getötet worden. In dem mehr als 3000 Kilometer von Peking entfernten Xinjiang leben rund acht Millionen Uiguren, ein moslemisches Turkvolk, das sich seit Jahrzehnten gegen die Fremdherrschaft durch China wehrt.
Das Gebiet im äußersten Westen der Volksrepublik gilt deshalb als Unruheregion. In der Vergangenheit kam es immer wieder zu lokalen Aufständen und Anschlägen. Das Ausmaß und die offensichtliche Planung der Anschläge der vergangenen Tage sind jedoch eine Eskalation in dem Konflikt. Ein Sprecher der Olympia-Organisatoren dementierte, dass es eine Verbindung zwischen den Anschlägen und den Spielen gebe.
Bereits am Samstag hatte ein tödlicher Überfall auf US-Touristen in Peking Verunsicherung bei Teilnehmern und Besuchern der Olympischen Spiele ausgelöst. Ohne erkennbaren Grund hatte ein Mann auf die Reisenden eingestochen, die gerade bei der Besichtigung des Trommelturms in der Altstadt waren.
Dabei wurde der Schwiegervater des Nationaltrainers der US-Volleyballmannschaft getötet. Seine Frau und eine Fremdenführerin überlebten schwer verletzt. Der Angreifer, bei dem es sich nach Angaben der Behörden um einen "kriminellen Einzeltäter" handelte, nahm sich anschließend mit einem Sprung von dem Turm selbst das Leben. Beobachter hielten eine politische Motivation des Anschlags für unwahrscheinlich.
Tibet-Aktivisten abgeschoben
Zeitgleich wurden in Peking zahlreiche Demonstranten und Aktivisten festgenommen, die auf die Lage in Tibet und Menschenrechtsverletzungen aufmerksam machen wollten. Mindestens fünf ausländische Tibet-Aktivisten, die sich auf dem Platz des himmlischen Friedens in eine Tibetflagge hüllten und ihre Gesichter mit Kunstblut eingeschmiert hatten, seien wenig später von Sicherheitspolizisten weggebracht worden, teilte die Free Tibet Campaign mit. Unter den Festgenommenen war auch ein Deutscher. Die deutsche Botschaft sei eingeschaltet, sagte ein Sprecher des Auswärtigen Amtes in Berlin.
Während der Eröffnungszeremonie am Freitag hatten Tausende Tibet-Aktivisten weltweit vor chinesischen Botschaften demonstriert. Bei den Reiterwettbewerben in Hongkong wurden zwei Demonstranten festgenommen, weil sie anti-chinesische Parolen riefen. Bei einem Massenprotest in Nepal nahm die Polizei am Samstag 300 tibetische Aktivisten fest.
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Damir Fras ist unser US-Korrespondent
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Daniel Haufler ist Redakteur im Ressort Meinung
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