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Persiens Kronprinz: Der Traum vom Pfauenthron

Seinen Vater hat Ajatollah Khomeini vom Pfauenthron und aus dem Land vertrieben. Jetzt hofft der einstige Kronprinz, dass die letzte Stunde für das seit 1979 inthronisierte Schah-Regime gekommen sein könnte. Von Dietmar Ostermann

Der Sohn des Schahs von Persien: Reza Pahlavi will eines Tages in seine Heimat zurückkehren.
Der Sohn des Schahs von Persien: Reza Pahlavi will eines Tages in seine Heimat zurückkehren.
Foto: Foto: dpa

Washington. Reza Pahlewi tupft sich mit dem feinen Seidentuch eine Träne aus den Augen. Der frühere Kronprinz von Persien hat gerade von Neda erzählt, jenem jungen Mädchen, das auf Teherans Straßen erschossen wurde, obwohl "ihr einziges Verbrechen ihr Wunsch nach Freiheit war".

Hinter Pahlewi sind im Presseclub zu Washington Plakate aufgestellt: eine blutverschmierte, gen Himmel gereckte Hand; ein Meer aus Demonstranten; zivile Sicherheitskräfte, die einen am Boden liegenden Mann verprügeln. Die Inszenierung entbehrt nicht einer gewissen Ironie: Ähnlich turbulent ging es auf Irans Straßen zu, als Pahlewis Vater Mohamed Reza, der Schah von Persien, 1979 in der islamischen Revolution vom Pfauenthron gestürzt wurde.

Der Sohn lebt seither im Exil, zunächst in Marokko und Ägypten, seit 1984 in den USA, in einem Nobelvorort von Washington. Seit Jahren hat der 48jährige Ex-Monarch in spe Freiheit, Menschenrechte und einen friedlichen Regimewechsel im Iran gefordert.

Jetzt, glaubt Pahlewi, könnte dem Mullah-Regime tatsächlich die letzte Stunde schlagen: "Meine Damen und Herren, eine Bewegung wurde geboren. Diese Bewegung wird nicht ruhen, bis im Iran uneingeschränkte Demokratie herrscht." Selbst wenn die junge Protestbewegung nicht sofort Erfolg haben sollte, ließen sich die Veränderungen in seiner Heimat nicht ungeschehen machen. "Die Linie im Sand wurde gezogen", sagt Pahlewi.

Der Oberste Religionsführer Ali Chamenei selbst habe es der Opposition mit seiner Unterstützung für den umstrittenen Wahlsieger Mahmud Ahmadinedschad "unmöglich gemacht, etwas anderes zu fordern als den Regimewechsel".

Für den Sohn des letzten Schahs sind dies zweifellos aufwühlende Tage. Seit mehr als 30 Jahren hat er sein Land nicht mehr gesehen; jetzt denkt er laut über eine Rückkehr nach. "Ich möchte im Iran sein", sagt er, "ich möchte eines Tages hinter einem Pult wie hier stehen und zu den Menschen sprechen."

In welcher Rolle? Nein, derzeit bewerbe er sich um kein Amt. Sein einziges Ziel sei Freiheit für den Iran, dessen Zukunft er sich als säkulare parlamentarische Demokratie wünscht. Sollten seine Landsleute dann den Wunsch verspüren, dass er in diesem neuen Iran eine prominente Rolle spiele, "dann wird es ihre Entscheidung sein". Jetzt aber gehe es ihm nur darum, sein Volk zu unterstützen.

Die meisten Iraner sind zu jung, um noch eigene Erinnerungen an die Monarchie zu haben. Der Kronprinz selbst war 1978, ein Jahr vor dem Sturz seines Vaters, in die USA gegangen, um sich in Texas zum Kampfpiloten ausbilden zu lassen. Im Iran gingen der verhasste Schah und sein berüchtigter Geheimdienst Sawak derweil mit harter Hand gegen Oppositionelle vor.

"Anders als heute", beharrt der Sohn, "hatten sie Befehl, nicht auf die Menschen zu schießen." Diesmal setzt er seine Hoffnungen auf die Demonstranten: "Ich stehe mit jenen 60 Millionen Iranern, die gegen dieses System sind." Wie viele davon umgekehrt die Monarchie zurückwünschen, ist eine andere Frage.

Autor:  Dietmar Ostermann
Datum:  23 | 6 | 2009
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