Der Iran hat sich zur Wiederaufnahme der Gespräche über sein Atomprogramm bereiterklärt und damit ein Signal zur Entschärfung der Spannungen am Persischen Golf gegeben. Die Atomgespräche mit den fünf Vetomächten im UN-Sicherheitsrat sowie Deutschland liegen seit fast einem Jahr auf Eis. Sein Land sei gewillt, die Verhandlungen fortzusetzen, sagte Außenminister Ali-Akbar Salehi während des Besuches eines chinesischen Regierungsbeamten am Samstag in Teheran.
Der iranische Chefunterhändler Said Dschalili werde die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton in Kürze über die Bereitschaft seines Landes zur Wiederaufnahme der Verhandlungen informieren, meldeten Staatsmedien.
Die Europäische Union hat sich offen für neue Gespräche gezeigt. Voraussetzung sei allerdings, dass vom Iran keinerlei Vorbedingungen gestellt würden, schrieb ein Sprecher der EU-Außenbeauftragten Catherine Ashton in einer email an Reuters am Samstag. Die halbamtliche Nachrichtenagentur Mehr hatte zuvor berichtet, dass Chefunterhändler Said Dschalili in einem Brief an Ashton neue Gespräche der sogenannten Sechsergruppe anbieten wolle. Ashton habe im November an Dschalili geschrieben, aber bislang keine Antwort erhalten, sagte ihr Sprecher.
Widersprüchliche Meldungen zu Raketentests
Unterdessen gibt es widersprüchliche Meldungen zu den geplanten Raketentests des Iran im Persischen Golf. Die Raketentests des Iran im Persischen Golf verzögern sich offenbar. Der stellvertretende Marine-Befehlshaber Admiral Mahmud Musawi sagte dem englischsprachigen Sender „Press TV“ am Samstag: „Der Test von Raketen wird in den nächsten Tagen erfolgen.“ Es sei der Abschuss von verschiedenen Raketentypen geplant.
Damit widersprach er Meldungen der halbamtlichen Nachrichtenagentur Fars, die zuvor berichtet hatte, dass der Iran im Rahmen eines zehntägigen Seemanövers am Samstag Langstreckenraketen getestet habe.
Die USA beorderten derweil einen ihrer Flugzeugträger in die Region.
Verbaler Schlagabtausch
Der Streit zwischen den USA und dem Iran war eskaliert, nachdem der Westen mögliche Sanktionen gegen iranische Öl-Exporte angekündigt hatte. Es folgte ein verbaler Schlagabtausch: Irans oberster Marinechef Sayyari kündigte an, dass dann der Iran die Straße von Hormus blockieren könnte.
Die USA konterten, dass sie diese Provokation nicht hinnehmen würden. Für Analysten wie Volker Perthes von der Stiftung Wissenschaft und Politik in Berlin könnte das Auslöser eines Krieges werden, den keiner will: weder die Amerikaner, die gerade ihre Truppen aus dem Irak zurückholen, noch die Iraner, die für einen Krieg mit den USA nicht gerüstet sind und sich mit einer Öl-Blockade selbst schaden.
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Damir Fras ist unser US-Korrespondent
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