Berlin. SPD-Fraktionschef Peter Struck schließt eine Zusammenarbeit seiner Partei mit der Linken auf lange Sicht nicht generell aus. "Wenn die Linkspartei sich ändert, wenn ein Herr Lafontaine nicht mehr dabei ist, wenn sie eine andere Außenpolitik und eine realistische Wirtschafts-, Finanz- und Sozialpolitik verfolgt, dann haben wir eine geänderte Geschäftsgrundlage", sagte Struck in einem am Sonntag vorab veröffentlichten Interview der Zeitschrift "Super Illu".
Dass dies schon in der übernächsten Wahlperiode der Fall sein könnte, wie es sich Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) vorstellen kann, bezweifelt Struck allerdings. "Ich glaube nicht, dass die Linkspartei so schnell zur Vernunft kommt." Für die Bundestagswahl 2009 gelte jedenfalls das klare "Nein" der SPD zu einer Kooperation mit den Linken. "Franz Müntefering, Frank-Walter Steinmeier und ich stehen hier als Garanten für die Verlässlichkeit der SPD ein", betont Struck.
Das Festhalten von Hessens SPD-Landes- und Fraktionsvorsitzender Andrea Ypsilanti an ihren Ämtern stößt bei Struck auf Widerspruch. Nach seiner Ansicht muss sie ihr Amt als Fraktionsvorsitzende im Landtag an Spitzenkandidat Thorsten Schäfer-Gümbel abgeben, falls die SPD bei der Neuwahl im Januar in der Opposition bleiben sollte.
"Dass Thorsten Schäfer-Gümbel für den Fall, dass er nicht Ministerpräsident werden sollte, den Fraktionsvorsitz übernimmt, halte ich für ausgemacht", sagt Struck in der "Super Illu". Ypsilantis Aufgabe bis zur Neuwahl sieht Struck darin, den Rückhalt, den sie in der hessischen SPD genießt, zu nutzen, um Schäfer-Gümbels Vertrauen in der Partei und in der Öffentlichkeit zu stärken. (dpa)
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