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23. Januar 2011

Piraten: Reeder fordern mehr Schutz

 Von Damir Fras
Rettungseinsatz für die Besatzung eines gekaperten südkoreanischen Frachters.  Foto: dapd

Weil Piraten immer brutaler gegen Schiffsbesatzungen vorgehen, fordert der Verband Deutscher Reeder Schutzeinheiten von Polizei oder Marine an Bord der Handelsschiffe.

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Berlin –  

Die deutschen Reeder schlagen Alarm. Weil Piraten immer brutaler gegen Schiffsbesatzungen vorgehen, fordert der Verband Deutscher Reeder (VDR) den Einsatz von bewaffneten Polizei- oder Marine-Einheiten an Bord der Handelsschiffe. „Es ist uns wichtig, dass Piraterie von hoheitlichen Kräften bekämpft wird“, sagte VDR-Hauptgeschäftsführer Ralf Nagel der Frankfurter Rundschau. „Sicherheit auf hoher See darf nicht privatisiert werden. Sonst fallen wir in mittelalterliche Verhältnisse zurück.“

Im vergangenen Jahr gab es nach Angaben der Internationalen Seefahrtsbehörde weltweit knapp 450 Piratenangriffe. 1181 Seeleute wurden zeitweise zu Geiseln. Die Piraten brachten 53 Schiffe in ihre Gewalt und töteten acht Matrosen. Bis auf vier ereigneten sich alle Schiffsentführungen vor der somalischen Küste am Horn von Afrika. Derzeit sind rund 600 Seeleute in der Hand von Geiselnehmern.

„Bei der Piraterie vor Somalia geht es um brutalen Menschenraub und Erpressung“, sagte Nagel. „Die Piraten sind überhaupt nicht an den Schiffen und der Ladung interessiert.“ Die Reedereien müssten meist mit einem hohen Lösegeld Seeleute freikaufen.

Zwar fahren auf vielen Schiffen mittlerweile private Sicherheitsteams mit. Auch wurden die Schiffe teils mit Schutzräumen versehen, in die sich die Mannschaft bei einem Überfall flüchten kann. Doch versprechen sich die Schiffseigner von uniformierten Polizisten oder Soldaten an Bord noch mehr Abschreckung. „Wir wünschen uns, dass unsere besonders gefährdeten Handelsschiffe künftig von bewaffneten Teams hoheitlicher Kräfte begleitet werden“, sagte Reeder-Vertreter Nagel.

Die deutsche Marine ist mit bis zu 1400 Soldaten an der europäischen Anti-Piraten-Mission „Atalanta“ vor Somalia beteiligt, darf jedoch laut ihrem Mandat keine Einheiten an Bord von Handelsschiffen stationieren. Die Bundespolizei zeigte bislang vor allem aus Gründen des Personalmangels wenig Neigung, Beamte für Schiffstransporte abzustellen.

Der Wunsch der Reeder wird sich dem Vernehmen nach auch bei dem für heute in Berlin geplanten Piraten-Gipfel nicht erfüllen. Dennoch wollen Regierungsvertreter mit den Reedern über neue Ansätze im Kampf gegen die Seeräuberei beraten.

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