Bundeswehr nach dem Überfall auf einen deutschen Frachter im Golf von Aden festgesetzt hat. Ob die Ermittler einen Haftbefehl gegen die neun Männer beantragen werden, ist aber noch unklar. Die Behörde warte zunächst auf weitere Informationen wie die Personalien der Verdächtigen, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft am Donnerstag in Hamburg. Die Ermittler stünden in dem Fall in engem Kontakt mit Polizei und Bundeswehr.
Sollten die mutmaßlichen Seeräuber in Deutschland vor Gericht kommen, droht ihnen eine Haftstrafe von mindestens fünf Jahren wegen Angriffs auf den Seeverkehr. Ein Tatversuch kann milder bestraft werden. Straftaten auf hoher See fallen in die Zuständigkeit der Hamburger Ermittler, wenn niemand anders dafür zuständig ist.
Die Bundesregierung prüft parallel allerdings auch, ob die Verdächtigen einem Drittstaat zur Strafverfolgung übergeben werden könnten. Dies erklärte das Verteidigungsministerium nach einem Treffen mit Vertretern des Außen-, Innen- und Justizministeriums. Während die USA, Großbritannien und Frankreich schon länger Abkommen mit Kenia geschlossen haben, hat die EU dazu noch keinen Abschluss erzielt. Nach Angaben des Auswärtigen Amtes ist inzwischen allerdings eine Vereinbarung ausverhandelt, die kurz vor der Unterzeichnung steht.
Die deutsche Fregatte "Rheinland-Pfalz" war Anfang der Woche im Golf von Aden dem Frachter "MV Courier" zur Hilfe geeilt, der von Piraten unter Feuer genommen wurde. Deutsche Soldaten überwältigten die Seeräuber und nahmen sie in Gewahrsam. Die Männer dürfen aber höchstens zwölf Tage lang festgehalten werden. (rtr)
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