Aktuell: Wochenend-Magazin FR7 | Medikamententests an Heimkindern | Türkei | Flucht und Zuwanderung | USA nach der Wahl
Möchten Sie zur mobilen Ansicht wechseln?
Ja Nein

Politik
Nachrichten und Kommentare zur Politik in Deutschland und der Welt

09. März 2016

Plakat-Kampagne: Empörung über gefälschte Plakate

 Von Thomas Schmitz
NPD-Chef Frank Franz ruft dazu auf, dass Wähler ihre Erststimme bei der AfD und ihre Zweitstimme bei der NPD machen sollten. Die AfD findet das gar nicht witzig.  Foto: rtr

Die AfD wehrt sich gegen eine angebliche Zweitstimmen-Kampagne mit der NPD. In einer Art Guerilla-Aktion wurde zudem Halle in der Nacht zu Dienstag mit falschen AfD/NPD-Plakaten überzogen.

Drucken per Mail

Zugegeben: Die Idee ist originell, wenn auch nicht neu. Bereits vor fast einem Monat wurde ein satirisches Wahlplakat unter dem Schlagwort „2 Kreuze für Deutschland“ im Internet verbreitet, auf dem die Wähler dazu aufgefordert wurden, bei den anstehenden Landtagswahlen ihre Zweitstimmen AfD und NPD zu geben. Würde dieser Rat befolgt, wäre der Wahlzettel ungültig.

Manchmal kommen diese Internetphänomene auch in der realen Welt an. So geschehen in Sachsen-Anhalt: Dort tauchten nicht nur gefälschte Grünen-Plakate auf, mit denen die Partei für „Masseneinwanderung“ warb. In einer Art Guerilla-Aktion wurde zudem Halle in der Nacht zu Dienstag mit falschen AfD/NPD-Plakaten überzogen. Darauf heißt es wortwörtlich: „Gemeinsam stark für Deutschland! Wählen Sie deshalb bei der Landtagswahl unbedingt AfD und NPD. Ihre Zweitstimmen am 13. März!“ Darunter wurden den Logos der Parteien je ein Kreuz zugeordnet. So weit von der Realität entfernt waren die Fälscher nicht. Schließlich hatte die NPD am Montag dazu aufgerufen, dass Wähler ihre Erststimme bei der AfD und ihre Zweitstimme bei der NPD machen sollten.

In Magdeburg war dieses gefälschte Plakat zu sehen.  Foto: dpa

Die AfD wehrte ab mit dem Hinweis, es gebe „keine Schnittmenge mit der Partei“. In Rheinland-Pfalz hat sie die NPD per Unterlassungserklärung aufgefordert, die Plakate zu entfernen. Die Rechtspopulisten finden auch den gefälschten Internetaufruf und die Plakataktion alles andere als witzig.

„Eine organisatorische oder inhaltliche Zusammenarbeit mit der NPD gibt es nicht. Gegenteilige Meldungen sind vollkommen falsch und dienen nur dem Zweck, der AfD zu schaden“, heißt es von André Poggenburg, Spitzenkandidat für Sachsen-Anhalt. Außerdem kündigte er in beiden Fällen an, Anzeige wegen Missbrauches ihres geschützten Parteilogos zu stellen.

Dabei nimmt es die AfD selbst offenbar mit dem Urheberrecht nicht so genau. So hat die Partei im sozialen Netzwerk Facebook eine Überschrift eines Artikels der „Münchener Abendzeitung“ geändert. Statt „Jugendliche wollten Flüchtlingsheim in Brand stecken“ heißt es auf der Facebook-Seite der AfD Nürnberg nun „Polizei erwischt Linksextreme bei Brandstiftung in Asylbewerberheim“. Die Begründung: Die AfD finde es bedauerlich, dass Medien keine Aufklärungsarbeit betreiben, sondern verschleiern. Die Abendzeitung prüft nun juristische Schritte.

[ Hat Ihnen der Artikel gefallen? Dann bestellen Sie gleich hier 4 Wochen lang die neue digitale FR für nur 5,90€. ]

Zur Homepage

Anzeige

comments powered by Disqus

Anzeige

Ressort

Nachrichten aus den Inland und Ausland, Analysen und Kommentare.

Verhandlungen in Astana

Testlauf für den Frieden in Syrien

Von  |
Staffan de Mistura, UNO-Gesandter für Syrien, möchte in Astana eine gute Grundlage für die Syrien-Konferenz in Genf schaffen.

Einen Durchbruch erwartet niemand von den Friedensgesprächen zwischen der syrischen Regierung und den Rebellen. Das liegt nicht daran, dass die USA keine Delegation nach Astana schickt. Der Leitartikel. Mehr...

Donald Trump

Demagogische und verlogene Rede

Donald J. Trump.

Donald Trumps „vereintes Amerika“ ist ein armes, ein kleines, ein engherziges, ein ängstliches Amerika. Nichts, worauf man stolz sein kann. Der FR-Leitartikel zur Rede des neuen Präsidenten der USA. Mehr...

 

Beilage

Literatur-Rundschau

Der Bücher-Winter 2016

Rezensionen der FR-Feuilletonredaktion auf acht Zeitungsseiten. Aus dem Inhalt: Könnte noch gut werden: kluge, virtuose Erzählungen von Terézia Mora. Könnte noch knapp werden: jetzt hurtig Geschenke gekauft – Tipps der Redaktion. Könnte noch regnen: Klaus Reicherts großartiges Buch über Wolken. Nützliche und niedliche Kinderbücher. Die Literatur-Rundschau Winter 2016 als PDF-Reader.

Außerdem noch erhältlich: Die Literatur-Rundschau Herbst 2016 auf zwölf Zeitungsseiten als PDF-Reader.

Beilage

Literatur-Rundschau

Der Bücher-Winter 2016

Rezensionen der FR-Feuilletonredaktion auf acht Zeitungsseiten. Aus dem Inhalt: Könnte noch gut werden: kluge, virtuose Erzählungen von Terézia Mora. Könnte noch knapp werden: jetzt hurtig Geschenke gekauft – Tipps der Redaktion. Könnte noch regnen: Klaus Reicherts großartiges Buch über Wolken. Nützliche und niedliche Kinderbücher. Die Literatur-Rundschau Winter 2016 als PDF-Reader.

Außerdem noch erhältlich: Die Literatur-Rundschau Herbst 2016 auf zwölf Zeitungsseiten als PDF-Reader.

Dossier


Millionen Menschen verlassen ihre Heimat. Sie fliehen vor Krieg oder Umweltschäden; sie suchen Arbeit, ein besseres Leben. Nicht wenige sterben, etwa vor Lampedusa. Andere schaffen es nach Deutschland - und werden hier nicht immer gut behandelt.

Übersichtsseite - alles auf einen Blick.

Zuwanderung in Frankfurt und Rhein-Main.

Schicksale - die betroffenen Menschen.

Lampedusa - Europa schottet sich ab - die Folgen.

Talkshow-Kritiken auf einen Blick
Meinung