Dramatische Zahlen für die Koalition: Laut neuem Politbarometer hat die Bundeskanzlerin deutlich an Ansehen verloren. Die Bürger sind vor allem durch die aktuelle Entwicklung der Euro-Krise besorgt.
Deutschlandtrend im April
Deutschlandtrend im April
Nach endlosen Koalitionsquerelen um eine Steuerreform, Hartz IV, Umweltpolitik und vieles mehr wächst die Zahl derer, die mit der Schwarz-Gelben Regierung nicht zufrieden sind.
Foto: infratest/dimap
Selbst die Anhänger von CDU und FDP sind gespalten. Unmut und Befürwortung halten sich die Waage. Noch.
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Ähnlich steile Kurven zeichneten die Umfragewerte zuletzt zu Zeiten der Großen Koalition im Winter 2006.
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Auch der Bundespräsident gerät in den Sog des allgemeinen Stimmungstiefs. Minus zwölf Prozent Sympathiepunkte. Mehr verliert nur Verteidigungsminister zu Guttenberg. Die Kundus-Affäre lässt grüßen.
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Auch die positive Wahrnehmung Angela Merkels verliert an Kraft. Im April verliert sie sieben Prozent an ihre Kritiker.
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Einen positiven Spitzenwert erreichte die Kanzlerin zuletzt im Sommer 2009.
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Überraschend gut schneidet Merkel aber dennoch unter Anhängern der Oppositionsparteien ab.
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Auch im Vergleich mit ihren Vorgängern schneidet die Kanzlerin immer noch gut ab. Nur an Willy Brandt und Helmut Schmidt vergeben die Befragten bessere Noten.
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An der Frage nach Sachkompetenzen einzelner Parteien scheiden sich die Geister: Ganz schlecht sieht es nach den zahlreichen Fauxpas ihres Chefs für die FDP aus. Weder in Sachen Wirtschaft, Außenpolitik noch in Bezug auf Bildungs- oder Arbeitsmarktpolitik trauen die Deutschen den Liberalen zu viel zu.
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Schwarz-Grün und Rot-Rot-Grün: Diese Koalitionen sind rar, aber möglich. Unter den Befragten verspricht sich aber ein größerer Teil eher etwas von Schwarz-Grün als von Rot-Rot-Grün.
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Obwohl die Befragten weniger der Meinung sind, dass Union und Grüne programmatisch gut zusammenpassen, trauen sie einer Schwarz-Grünen Koalition doch einiges zu.
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Als wesentlich kompatibler betrachten die Befragten Rot-Rot-Grüne Bündnisse. Anhänger der Linken sind besonders optimistisch.
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Und jetzt die Sonntagsfrage... Im Westen gewinnen vor allem die Grünen. Im Osten läuft die Linke der SPD den Rang ab.
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Von einer zweistelligen Stimmenzahl kann die FDP dieser Tage nur träumen.
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Das haben die Liberalen wohl nicht zuletzt ihrem Frontmann zu verdanken. Guido Westerwelle verharrt als Außenminister im Umfragekeller. So schlechte Meinungwerte hatten seine beiden Vorgänger nie.
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Dafür verzeichnet Umweltminister Röttgen (CDU) Sympathiezuwachs. Die von ihm losgetretene Diskussion um den Atomausstieg schlägt sich auch in den Umfragen nieder: 65 Prozent der Deutschen halten den geplanten Atomausstieg für richtig. Ein Zuwachs von drei Prozent.
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Besonders unter Wählern der Grünen wächst die Zustimmung.
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Damit erreicht die Zustimmung das Niveau des Jahres 2001.
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Die meisten Befragten befürworten einen Ausstieg bis 2021
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Parteianhänger der SPD, Linken und der Grünen bilden hier das stärkste Lager.
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Die EU-Mitgliedschaft Deutschlands beurteilen die Befragten nüchtern: DIe meisten sind der Ansicht, dass sich Vor- und Nachteile die Waage halten.
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Aus der Reihe tanzen besonders Anhänger der FDP: Hier sehen viele eher Nachteile der Mitgliedschaft für Deutschland.
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Doch auch insgesamt wächst die Anzahl derer, die mehr Nachteile sehen.
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Ganz hart trifft es den Euro: Mehr als die Hälfte findet, dass die Gemeinschaftswährung Nachteile bringt. Ein Zuwachs von drei Prozent.
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Seit dem Jahr 2001 setzt sich diese Ansicht kontinuierlich durch.
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Von Schulden halten die Deutschen wenig. Deswegen würden die meisten finanzielle Spielräume im Bundebudget zur Rückzahlung nutzen wollen.
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Unter Linke-Anhängern sprechen sich aber viele (39 Prozent) dafür aus, das hypotetisch vorhandene Geld zur Erfüllung wichtiger staatlicher Aufgaben zu nutzen.
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Im Gegensatz zur heimischen Kanzlerin, schneidet der Amerikanische Präsident am anderen Ende des Ozeans immer besser bei den Deutschen ab. Plus sieben und damit 54 Prozent Zustimmung für Barack Obama.
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Dank Nobelpreis und die amerikanische Gesundheitsreform: Seit Januar 2009 scheint der Aufstieg Obamas in Meinungsumfragen unaufhaltbar.
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Umgekehrt sieht das Meinungsbild zur katholischen Kirche aus. Die Missbrauchsskandale hinterlassen ihre Spuren. Die Zufriedenheit mit dem deutschen Papst Ratzinger nimmt ab.
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Schlechte Noten für die Bundesregierung und steigende Begeisterung für eine schwarz-grüne Verbindung - das sind die Ergebnisse der Wählerbefragungen. Mehr dazu in Grafiken...
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Fotostrecken Politik
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Linkspartei in der Krise
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Mainz. Vor dem Hintergrund der Finanzkrise hat Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) im ZDF-Politbarometer deutlich an Ansehen verloren. Auf der Liste der zehn wichtigsten Politikerinnen und Politiker rutschte sie seit April von 1,8 auf 1,3 Punkte ab.
Das ergab die am Freitag in Mainz veröffentlichte Umfrage der Forschungsgruppe Wahlen. 54 Prozent der Befragten meinten, Merkel gebe zu wenig den Kurs in der Bundesregierung vor, 39 Prozent sahen dies nicht so.
Auch die Regierungsparteien CDU/CSU und FDP verloren in der politischen Stimmung jeweils drei Punkte. Bei der Frage nach den Favoriten, falls am nächsten Sonntag der Bundestag gewählt würde, fielen die Ansehensverluste von Schwarz-Gelb etwas geringer aus. SPD, Grüne und Linke legten zu.
Bei der Top-10-Liste werden auf der Skala von +5 bis 5 Noten nach Sympathie und Leistung erfragt. Merkel liegt jetzt auf Platz zwei nach Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) der 1,7 (nach 1,8 im April) erreichte. Es folgt Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU), der sich als einziger Regierungspolitiker mit 1,2 (1,0) verbessern kann und mit Arbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU/1,0) den Platz tauscht.
Danach folgen die SPD-Spitzenpolitiker Frank-Walter Steinmeier mit unverändert 0,7 und Sigmar Gabriel mit 0,5 (0,4). CSU- Chef Horst Seehofer kommt auf 0,1 (0,3), Gesundheitsminister Philipp Rösler (FDP) rutscht mit minus 0,4 (0,1) in den Negativbereich. Dort kann sich Gregor Gysi mit minus 0,6 (minus 0,7) leicht verbessern während Guido Westerwelle mit minus 1,3 (minus 1,1) weitere Einbußen hatte.
In der politischen Stimmung kommt die CDU/CSU auf 38 Prozent (minus 3), die FDP fällt auf nur noch 3 Prozent (minus 3) zurück. SPD, Grüne und die Linke legten jeweils zwei Punkte zu und erreichten 29, 15 und 11 Prozent.
Bei der Sonntagsfrage erhielten CDU/CSU 36 Prozent (minus 2), die SPD 27 Prozent (plus 1), die FDP käme auf 6 Prozent (minus 2). Linke und Grüne legten jeweils einen Punkt zu und erreichten 11 beziehungsweise 14 Prozent. (dpa)