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Politik
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17. November 2010

Präimplantationsdiagnostik: PID-Befürworter sehen Mehrheit

 Von Timot Szent-Ivanyi
Suche nach Eizellen im Labor.  Foto: dpa

Nach dem knappem Votum des CDU-Parteitags für ein Verbot von Gentests an Embryonen wollen die Befürworter einer solchen Regelung im Bundestag Verbündete suchen.

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Berlin –  

Es dürfte derzeit nicht allzu oft vorkommen, dass SPD-Politiker Beschlüsse eines CDU-Parteitags freudig begrüßen. Jedoch ist bei der Frage, ob die Präimplantationsdiagnostik (PID) zugelassen oder verboten wird, ohnehin vieles anders. Quer durch alle Parteien haben sich in den letzten Wochen zwei Gruppen von Bundestagsabgeordneten zusammengefunden, um ihre jeweiligen Positionen in eigenen Anträgen in das Parlament einzubringen. Und beide Gruppen sehen sich jetzt durch das sehr knappe Abstimmungsergebnis bei der CDU für ein PID-Verbot bestätigt.

„Nach dem CDU-Parteitag bin ich sehr zuversichtlich, dass wir für unsere Position einer eng begrenzten Zulassung der PID eine Mehrheit im Bundestag bekommen“, sagte die SPD-Politikerin Carola Reimann der Frankfurter Rundschau. Die Gesundheitsexpertin hatte mit einer klareren Mehrheit auf dem Parteitag für ein PID-Verbot gerechnet, was die Befürworter dieser Methode bei der CDU womöglich unter Druck gesetzt hätte. Die kontroverse Debatte und das knappe Abstimmungsergebnis sorgten nun aber dafür, dass die CDU-Kollegen im Bundestag wirklich frei nach ihrem Gewissen entscheiden könnten, meinte Reimann.

Ähnlich äußerte sich Ulrike Flach von der FDP, die mit Reimann federführend den Antrag der PID-Befürworter formulieren wird. „Ich bin sehr froh über den Ausgang der Abstimmung, weil damit klar ist, dass auch die CDU-Abgeordneten in dieser Frage die Freiheit zur Entscheidung haben“, sagte die Gesundheitspolitikerin der Rundschau. Die Gruppe habe sich bereits einmal getroffen, um die Positionen auszutauschen. Ein weiteres Gespräch ist nächste Woche geplant.

Auch Gegner zuversichtlich

Bei der PID werden im Reagenzglas erzeugte Embryonen vor der Einpflanzung in die Gebärmutter auf Gendefekte untersucht. Die Befürworter wollen die Methode Paaren mit schweren genetischen Vorbelastungen erlauben. Flach und Reimann sind dafür, in dem entsprechenden Gesetz keinen Katalog von Erbkrankheiten aufzunehmen. Beide plädieren vielmehr für eine Einzelfallprüfung durch Mediziner und eine Ethikkommission.

Einig sind sich Reimann und Flach auch darin, die PID auf spezialisierte Zentren zu konzentrieren. Nur so könne eine ausreichende Beratung gewährleistet werden, sagte Reimann. Vorbild ist Frankreich, wo es drei dieser Zentren gibt. Zu der Gruppe um Flach und Reimann gehören auch Wirtschaftsstaatssekretär Peter Hintze (CDU), Priska Hinz (Grüne) und Petra Sitte (Linke).

Auch die Verbotsbefürworter fühlen sich durch die CDU-Abstimmung bestätigt. „Wir haben Rückenwind“, sagte Unions-Fraktionsvize Johannes Singhammer (CSU). Für einen Verbotsantrag müsse nun etwa geklärt werden, wie die strafrechtlichen Konsequenzen aussehen sollen. Offen sei zudem, ob das Verbot in das Gendiagnostikgesetz aufgenommen werde. Neben Singhammer arbeiten auch SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles, Birgit Bender (Grüne) und Kathrin Vogler (Linkspartei) an diesem Antrag.

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