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01. April 2015

Präsident in Nigeria: Buhari kehrt an die Staatsspitze zurück

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Verlierer und Gewinner vereint: der bisherige Präsident Goodluck Jonathan (links) und sein Nachfolger Muhammadu Buhari.  Foto: dpa

Schon einmal hatte Muhammadu Buhari die Geschicke Nigerias bestimmt - als Militärdiktator. Nun wurde er demokratisch zum Präsidenten gewählt. Buhari versichert, dass er sich in den vergangenen 30 Jahren zu einem aufrechten Demokraten gemausert hat.

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Die Ausdauer hat sich für Muhammadu Buhari ausgezahlt. Sein vierter Anlauf, auf demokratische Weise Präsident der wirtschaftsstärksten Nation Afrikas zu werden, war schließlich erfolgreich: Mit einer knappen aber klaren Mehrheit wurde der 72-jährige Generalmajor a.D. zum Staatschef Nigerias gewählt.

Schon einmal hatte Buhari die Geschicke der bevölkerungsreichsten Nation Afrikas bestimmt: Und zwar als Militärdiktator, nachdem er sich im Dezember 1983 an die Macht geputscht hatte. 20 Monate später wurde er selbst durch einen Coup wieder aus dem Amt entfernt. Buhari regierte dermaßen stramm, dass das Wort „Buharismus“ ins politische Lexikon einging. Gemeint ist damit eine kompromisslose Herrschaft, die sich in einem rigorosen wirtschaftlichen Sparkurs, weitreichenden Antikorruptionsmaßnahmen aber auch einer krassen Missachtung der Menschenrechte ausdrückt.

Neben mehr als 500 korrupten Politikern und Geschäftsleuten saßen unter Buhari auch Dutzende kritischer Journalisten im Knast, im Rahmen seines „Krieges gegen die Disziplinlosigkeit“ mussten unpünktliche Staatsdiener Spießruten laufen, Drogendealer wurden erschossen.

Angriffsziel der Boko Haram

Buharis Ruf als „Strongman“ kommt ihm nun gelegen. Die Nigerianer haben die unter Goodluck Jonathan noch übler wütende Korruption endgültig satt: Nach Angaben des gefeuerten Notenbankchefs kamen 20 Milliarden Dollar an Ölgeld abhanden. Doch während sich Jonathan auch in seinem wirkungslosen Vorgehen gegen die Boko-Haram-Sekte als viel zu schwacher Staatschef erwiesen hat, könnte sich Buhari als zu stark herausstellen: Unabhängige Geister wie Literaturnobelpreisträger Wole Soyinka gaben dem einstigen Diktator nur mit größten Skrupeln ihre Stimme.

Buhari versichert, dass er sich in den vergangenen 30 Jahren zu einem aufrechten Demokraten gemausert hat. „Ich war einmal Militär, will jedoch die Demokratie auf keinen Fall militarisieren“, beteuerte er jüngst noch. „Wir werden uns ausschließlich im Rahmen der Verfassung bewegen.“ Der Suni-Muslim und 23. Sohn seines Vaters aus dem nordnigerianischen Bundesstaat Katsina trat auch Gerüchten entgegen, dass er im halb muslimischen, halb christlichen Nigeria die Scharia einführen wolle. „Religion darf niemals als Vorwand dienen, uns gegeneinander auszuspielen“, sagte Buhari Anfang des Jahres: „Die Nigerianer sollen dem Gott ihrer Wahl dienen.“ Dass Buhari nicht mit Extremisten unter einer Decke steckt, wie seine Gegner immer glauben machen wollten, zeigt allein die Tatsache, dass er Mitte vergangenen Jahres nur knapp einem Attentat der Boko Haram entging.

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Kein Manager-Typ


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Offene Feindseligkeit wird dem neuen Präsidenten aber auch aus dem Süden entgegenschlagen. Dort haben Milizionäre für den Fall einer Niederlage Jonathans bereits den „Krieg“ angekündigt. Jonathan hatte die das ölreiche Nigerdelta seit Jahrzehnten destabilisierenden Milizionäre mit Zahlungen ruhig gestellt: Dass auch Strongman Buhari Banden dafür bezahlen wird, dass sie nicht zu den Waffen greifen, muss man bezweifeln. So wird statt dem Nordosten, wo die Boko-Haram-Sekte vor ihrem Kollaps steht, in Zukunft wohl der Süden wieder in die Schlagzeilen geraten.

Seinen nach einem harten und wegen der Verschiebung des Urnengangs ungewöhnlich langen Wahlkampf errungenen Sieg wird Buhari nicht lange genießen können. Auch wirtschaftlich steht der größte Erdölproduzent des Kontinents wegen des Verfalls der Ölpreise auf wackeligen Füßen. Ex-Präsident Olusegun Obasanjo, der eigentlich Jonathans Partei angehört, sich von dem umstrittenen Staatschef jedoch abwandte, beschrieb Buhari in seinen Memoiren als „starken und mutigen Führer“. Doch ein „guter Wirtschaftsmanager“ sei er nicht. Vielleicht aber hat der Strongman inzwischen das noch nachgeholt.

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