In Chile wird eine Stichwahl über den zukünftigen Präsidenten entscheiden. Am Sonntag erreichte beim ersten Wahlgang keiner der Kandidaten die erforderliche Mehrheit. Beste Aussichten für die dadurch nötige Stichwahl hat der Kandidat des rechten Parteienbündnisses, Sebastián Piñera. Der millionenschwere Unternehmer kam auf gut 44 Prozent der Stimmen. Er wird am 17. Januar 2010 gegen Eduardo Frei antreten, den Kandidaten der regierenden Concertación.
Frei kam auf knapp 29,7 Prozent der Stimmen. Er rief noch am Sonntagabend die Wähler der unterlegenen Kontrahenten dazu auf, im Januar gemeinsam gegen rechts zu stimmen. Eduardo Frei war bereits von 1994 bis 2000 Staatspräsident. Ob Frei jedoch die erforderlichen Stimmen aus den anderen Lagern erhalten wird, ist fraglich.
So gestand etwa Marco Enríquez-Ominami zwar sein Scheitern ein, rief aber seine Anhänger dazu auf, selbst zu entscheiden, für wen sie im zweiten Wahlgang stimmen. Der unabhängige Kandidat hatte 20 Prozent der Stimmen bekommen. Lediglich Jorge Arrate hatte bereits zuvor dazu aufgerufen, in der Stichwahl gegen den rechten Kandidaten zu stimmen. Er kam auf 6,2 Prozent. Die Amtsinhaberin, die Sozialistin Michelle Bachelet, durfte am Sonntag laut Verfassung nicht für eine direkte Wiederwahl kandidieren. (epd)
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