Politik
Nachrichten und Kommentare zur Politik in Deutschland und der Welt

08. März 2011

Präsidentschaftswahl in Frankreich: Rechtsextreme Marine Le Pen weiter vorn

Die rechtsextreme Parteichefin Marine Le Pen. Foto: dapd

Es ist schon die zweite Umfrage, in der die Chefin der rechtsextremen Front National auf Platz eins landet, vor dem derzeit beliebtesten Sozialisten Dominique Strauss-Kahn. Amtsinhaber Nicolas Sarkozy käme nicht einmal in die Stichwahl.

Drucken per Mail

Es ist schon die zweite Umfrage, in der die Chefin der rechtsextremen Front National auf Platz eins landet, vor dem derzeit beliebtesten Sozialisten Dominique Strauss-Kahn. Amtsinhaber Nicolas Sarkozy käme nicht einmal in die Stichwahl.

Paris –  

Die rechtsextreme Parteichefin Marine Le Pen hat ihre Spitzenposition für die erste Runde der Präsidentschaftswahl in Frankreich in einer weiteren Umfrage behauptet. Laut einer am Montagabend veröffentlichten Befragung würde die Vorsitzende der Front National gegen den derzeit beliebtesten Sozialisten Dominique Strauss-Kahn vorne liegen. Amtsinhaber Nicolas Sarkozy käme nur auf Platz drei und damit nicht in die Stichwahl.

Die Umfrage des Instituts Harris Interactive für die Zeitung „Le Parisien“ ergab 24 Prozent für Le Pen, gefolgt von Strauss-Kahn mit 23 Prozent und Präsident Nicolas Sarkozy mit 21 Prozent. Strauss-Kahn, derzeit noch Präsident des Internationalen Währungsfonds (IWF), hat noch nicht entschieden, ob er für seine Partei 2012 ins Rennen gehen will. Auch Sarkozy hat seine Kandidatur noch nicht offiziell gemacht.

Am Samstag hatte eine Umfrage des Instituts Harris Interactive erstmals einen Sieg Le Pens vorhergesagt. Die 42-Jährige kam dabei auf 23 Prozent, gefolgt von Sozialistenchefin Martine Aubry und Sarkozy mit jeweils 21 Prozent. Es gab allerdings Kritik an den Zahlen, da Le Pen nicht mit Strauss-Kahn verglichen wurde, dem derzeit aussichtsreichsten Sozialisten.

Die Umfragen wecken Erinnerungen an die Präsidentschaftswahl 2002, als der Sozialist Lionel Jospin in der ersten Runde durchfiel und der damalige Front-National-Chef Jean-Marie Le Pen in die Stichwahl gegen Jacques Chirac einzog. Das überraschende Ausscheiden Jospins und der Einzug von Marine Le Pens Vater in die zweite Runde hatte viele Franzosen nachhaltig schockiert, letztlich wählten sie mit großer Mehrheit den konservativen Chirac zum Staatsoberhaupt.

Video zum Thema
Le Pens Tochter übernimmt die Macht

Der frühere sozialistische Parteichef François Hollande, der sich ebenfalls um eine Präsidentschaftskandidatur bewerben könnte, bezeichnete die neue Umfrage als „alarmierend“. Der Stimmenzuwachs für die Rechtsextremen sei nicht nur für die Konservativen, sondern auch für Linksparteien ein Problem, sagte Hollande dem Radiosender Europe 1. Auch der Abgeordnete der Regierungspartei UMP, Bernard Debré, räumte ein: „Man muss nicht um den heißen Brei herumreden. Diese Umfrage macht mir Angst.“ (afp)

Jetzt kommentieren

Ressort

Nachrichten aus den Inland und Ausland, Analysen und Kommentare.

Dossier


Millionen Menschen verlassen ihre Heimat. Sie fliehen vor Krieg oder Umweltschäden; sie suchen Arbeit, ein besseres Leben. Nicht wenige sterben, etwa vor Lampedusa. Andere schaffen es nach Deutschland - und werden hier nicht immer gut behandelt.

Übersichtsseite - alles auf einen Blick.

Zuwanderung in Frankfurt und Rhein-Main.

Schicksale - die betroffenen Menschen.

Lampedusa - Europa schottet sich ab - die Folgen.

FR-Schwerpunkt

Was ist gerecht?

Was ist gerecht?

WIRKLICH? Wie ungleich darf eine Gesellschaft sein – und was ist eigentlich Gerechtigkeit? Der große Schwerpunkt der Frankfurter Rundschau.

FR-Online: Ergänzende Informationen und ausgewählte Texte zum Thema im Online-Dossier.

iPad-App: Alle großen Stücke des Schwerpunkts - interaktiv in preisgekrönter Aufbereitung. Informationen und Bestellformular.

Zeitung: Sämtliche Analyen und Interviews im Vorteils-Abonnement - keine Folge verpassen und dabei noch anderen helfen. Das ist gerecht. Bestellformular.

MITMACHEN! Wie würden Sie Deutschland gerechter machen? Gibt es eine Ungerechtigkeit, der die Frankfurter Rundschau unbedingt nachgehen sollte? Reden Sie mit - auf unserer interaktiven Webseite.

Videonachrichten Politik
Meinung