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20. Februar 2013

Prügelvorwurf gegen Münchner Polizei : Polizist schlägt Frau krankenhausreif

 Von 
Die junge Frau lässt im Krankenhaus ihre Verletzungen dokumentieren.  Foto: privat

Einer jungen Frau wird in einer Münchner Polizeiwache brutal ins Gesicht geschlagen. Die Polizei sagt, diese sei im Drogenrausch gewesen, der Beamte habe in Notwehr gehandelt. Die 23-Jährige erzählt eine ganz andere Geschichte.

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Die Münchner Polizei ist derzeit mit einem Prügelvorwurf konfrontiert. Mitte Januar schlägt ein Polizist einer jungen Frau mitten ins Gesicht, Schauplatz des Geschehens ist eine Haftzelle der Polizeiinspektion Au. Ihrem Anwalt Frank J. Erlmeier erzählt die 23-Jährige später: Sie habe gefesselt auf einer Pritsche gelegen und sei noch zusätzlich von zwei Polizisten festgehalten worden. Dann habe sie der Beamte brutal attackiert.

Der Polizist erzählt eine andere Version: Er habe aus Notwehr zugeschlagen, weil sie ihm einen Kopfstoß verpassen wollte. Tatsächlich hatte sich die Frau, wie sie bestätigt, gegen die Fixierung gewehrt und den Polizisten angespuckt. Das bedauere sie heute, aber sie habe nicht gewusst, wie ihr an diesem Tag geschah.

Laut dem Polizeibericht wurde die Frau durch den Faustschlag des Beamten schwer verletzt: Augenhöhle und Nasenbein waren gebrochen.

"Kein Junkie"

Die Vorgeschichte: Die Frau ist mit ihrem Freund in München unterwegs, als es zu einem Streit kommt. Ihr Freund ist eifersüchtig. Sie ruft eine Polizeistreife, die Beamten sollen schlichten. Die wollen die beiden mit auf die Wache nehmen, doch die junge Frau will nicht. Und so nehmen die Geschehnisse ihren Lauf.

Im Polizeiwagen habe sie ihre Mutter telefonisch verständigen wollen, sagt die Frau, doch die Polizisten hätten ihr das verboten. Es kommt zu einem Gerangel. Ein Polizist soll ihr dabei den Kopf in den Fußbereich des Autos gedrückt haben. Sie habe keine Luft mehr bekommen und sei in Panik geraten. Dann klicken die Handschellen und sie landet in einer Zelle. Beleidigungen gegenüber den Beamten räume sie ein, erzählt ihr Anwalt Erlmeier.

Der Münchner Polizeipräsident Wilhelm Schmidbauer sagt in einem Interview von tz-online, der Faustschlag sei für den Beamten eine konsequente Vorgehensweise gewesen. Auf Grund ihres Verhaltens sei die Reaktion des Polizisten angemessen gewesen. Die beteiligten Beamten behaupten, die junge Frau sei völlig ausgeflippt und im Drogenrausch gewesen. Sie habe sogar angegeben, dass sie Betäubungsmittel eingenommen habe. Ihr Anwalt Erlmeier sagt dagegen: "Sie ist keine Drogensüchtige, kein Junkie. Mit diesen Behauptungen will man meine Mandantin nur in ein schlechtes Licht rücken." Ein Drogenschnelltest wurde in der Polizeiinspektion nicht veranlasst.


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Operation an der Nase

Drei Tage war die 23-Jährige nach dem Faustschlag im Krankenhaus und musste sogar operiert werden. Mit dem Auge habe sie heute noch Probleme, sagt ihr Anwalt. Der Vorfall habe sie psychisch belastet, aber sonst gehe es ihr soweit wieder gut. Die 23-Jährige hat gegen den Polizisten Anzeige wegen Körperverletzung erstattet. Nun muss das Kriminalfachdezernat 11 ermitteln, ob sich der Beamte strafbar gemacht hat. Der Frau wird Körperverletzung, Beleidigung und Widerstand gegen die Staatsgewalt vorgeworfen.

Einige Wochen später, am 15. Februar um 6 Uhr stehen plötzlich acht Polizisten vor der Wohnungstür der Frau. Sie durchsuchen die Wohnung nach Drogen und entnehmen ihr eine Haarprobe. Ob so ein Vorgehen verhältnismäßig ist, will ihr Anwalt noch klären. Hätten die Beamten einen Test gefordert, wäre seine Mandantin jederzeit damit einverstanden gewesen. Nach Angaben von Erlmeier hat die Polizei in der Wohnung keine Drogen gefunden.

Aus einem internen Newsletter der Münchner Polizei geht hervor, dass sich die Behörde nach den Prügel-Vorwürfen gegen einen Beamten selbst als Opfer sieht. Mit den Berichten werde versucht, die Glaubwürdigkeit der Münchner Polizei zu erschüttern. Journalisten, die über den Fall berichteten, verfolgten politische Ziele.

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