Das sind keine Gegner. Das sind Freunde. Sie ist das Original, und er ist das männliche Merkelchen. Sie könnten in der gleichen Partei sein und bilden nicht die ganze Bandbreite des CDU- bzw. SPD-Spektrums ab. Hier wird eine surreale Welt kreiert. Das nutzt dem schwächeren Partner mehr, also Steinmeier, der einen seriösen und kenntnisreichen Eindruck macht. Aber die Zukunftsprobleme wurden ausgespart. Das Duell wird keinen Einfluss auf den Wahlausgang haben. Emnid-Chef Klaus-Peter Schöppner
Steinmeier war sowohl lockerer als auch grundsätzlicher in seiner Argumentation. Er hat Humor gezeigt und wirkte weniger angespannt. Aber vor allem hat er die Themen immer so angefasst, dass ich erkennen konnte, wo der Kern der Sache ist. So hat er zum Thema "Mindestlohn" gesagt, der Respekt vor der Würde von Arbeit stehe auf dem Spiel. Solch einen Überbau hat Merkel überhaupt nicht zur Sprache gebracht, sondern sehr viel in Klein-Klein gemacht. Gertrud Höhler, Wissenschaftlerin
Ich fand die Debatte langweilig. Ich habe keinen neuen Gedanken gehört, den ich nicht schon aus der Zeitung kannte. Steinmeier hätte mich überzeugt, wenn er kraftvoll darauf bestanden hätte, bei der Energiepolitik bereits jetzt verstärkt auf erneuerbare Energien zu setzen. Auch vermisse ich ein Bekenntnis des deutschen Außenministers für eine neue Afrika-Politik, ohne die das Migranten-Problem Richtung Europa wirklich nicht zu lösen ist. Rupert Neudeck, Cap Anamur
Es war bisher kein Lagerwahlkampf, so ist es auch kein Lager-TV-Duell geworden. Beide waren sich treu: Sachlich, fair. Die inhaltlichen Unterschiede waren, zumindest beim zentralen Thema "Die Krise und ihre Folgen", nicht besonders groß. Das Problem bei Merkel ist: Ihre Positionen waren zwar glaubwürdig und nachvollziehbar - aber sie passen überhaupt nicht zu der von ihr gewünschten Koalition mit der FDP. Darunter litten ihre Argumente. Insofern: Vorteil Steinmeier. Oliver Burkhard, IG Metall NRW
Frau Merkel und Herr Steinmeier haben mich beide positiv überrascht, ihre inhaltliche Debatte war gut und wurde allenfalls behindert durch das Gehabe der Moderatoren, die sich viel zu wichtig genommen haben. Die Probleme der Zukunft wurden zwar nicht ausgeklammert, aber doch stark untertrieben. Etwa der Opel-Verkauf mit öffentlichen Beihilfen - ein großer Fehler, weil er das Problem der Überkapazitäten im Autobau aus politischen Gründen ausblendet. Trigema-Chef Wolfgang Grupp
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