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Rehabilitierung: Beifall von ganz rechts für den Papst

In Neonazi-Internetforen sammeln sich Sympathiebekundungen für Richard Williamson, der in einem Interview den Holocaust geleugnet hatte, und für den Papst, der ihn zurück in die katholische Kirche holte. Von Volker Schmidt

Scharfe Kritik an der Rücknahme der Exkommunikation von vier traditionalistischen Bischöfen beeindruckt Papst Benedikt XVI. nicht - also wird ihn auch der Beifall von rechts kalt lassen. In Neonazi-Internetforen wie Altermedia sammeln sich Sympathiebekundungen für Richard Williamson, der in einem Interview den Holocaust geleugnet hatte.

Die sogenannte Redaktion von Altermedia schildert die Thesen des Bischofs so: "Williamson äußerte (…) Zweifel an bestehenden zeitgeschichtlichen Dogmen und Denkschablonen zu gewissen Details der Zeitgeschichte." Die Bewertung dieser in Deutschland strafbaren Holocaust-Leugnung ist klar: "Stand die Pius-Bruderschaft bereits in den letzten Monaten im Fadenkreuz der bundesdeutschen Meinungsmafia und ihrer Stichwortgeber vom Zentralrat der Juden in Deutschland, so sorgte die mutige Tat des Bischofs Williamson dafür, daß diese nun die Maske völlig abwirft (…)."

In den Kommentaren gehen die Besucher der Website noch weiter: "So ein Mann wie Williamson auf dem Papstthron könnte vieles aufklären und anders erscheinen lassen", schreibt Meckerer, "ich hoffe, er ist stark genug, das durchzustehen, und bleibt außerhalb Europas, um es genießen zu können. Justiz und Juden würden ein Gerichtsszenario und Schauprozess veranstalten wie die Ketzerprozesse im Mittelalter."

Antisemitismus wird in der rechten Szene zwar aus taktischen Gründen zunehmend hinter vorgehaltener Hand geäußert, ist aber unverwüstlich. "Jüdische Interessen" werden hinter unliebsamen Medienberichten vermutet, "jüdisches Kapital" ist an der Finanzkrise schuld, die "Holocaust-Industrie" redet den Deutschen ein schlechtes Gewissen ein.

Adler frisst Christenfisch

Die extremen Rechten mögen aber auch die christlichen Kirchen nicht besonders. Zwar gibt es einen Arbeitskreis "Christen in der NPD". Bei Versammlungen der rechtsextremen Partei und noch mehr bei Rechtsrock-Konzerten dominieren aber die Kleidungsstile, Haarschnitte und Symbole der Neuheiden - wie etwa der beliebte Adler, der seine Fänge in einen Christenfisch schlägt. Todesanzeigen in rechten Postillen zeigen meist die "Todesrune" Yr statt christlicher Kreuze, und statt "frohe Weihnachten" wünscht man sich ein "schönes Yulfest".

Der "verweichlichte", aus dem verhassten Judentum entstandene christliche Glaube war schon den nationalsozialistischen Ideologen der 20er und 30er Jahre nicht "deutsch" genug. Dass sich viele christliche Gemeinden heute im Kampf gegen Rassismus, Intoleranz und Antisemitismus engagieren, bringt ihnen bei Neonazis naturgemäß keine Sympathien ein.

Umso freudiger begrüßen Rechtsextreme es, wenn ein Katholik in ihrem Sinne Klartext redet: "Ein ,holocaustleugnender' Erzkatholik ist mir zehnmal lieber als ein sch…liberaler katholischer Pfaffe der sich über die ,nette' Moschee freut und den ,Dialog' mit den landnehmenden Muselmanen sucht, die sich hinter vorgehaltener Hand kaputtlachen über die Dummheit der deutschen Massenmenschen", schreibt der User mit dem Kürzel BdU.

Autor:  VOLKER SCHMIDT
Datum:  28 | 1 | 2009
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