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03. Januar 2012

Rente mit 67: Anhänger der Rente mit 67 melden sich zu Wort

 Von Markus Sievers
Mit dem 1. Januar beginnt der stufenweise Einstieg in die Rente mit 67.

Die von CSU-Chef Horst Seehofer angezettelte Debatte zur Rente mit 67 löst Irritationen aus. Die SPD spricht von „ Scheinheiligkeit“. Die Wirtschaft mahnt die Koalition, "Kurs zu halten".

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Die von CSU-Chef Horst Seehofer angezettelte Debatte zur Rente mit 67 löst Irritationen aus. Die SPD spricht von „ Scheinheiligkeit“. Die Wirtschaft mahnt die Koalition, "Kurs zu halten".

Die SPD hat die Zweifel von CSU-Chef Horst Seehofer an der Rente mit 67 als „scheinheilig“ kritisiert. Zwar sei richtig und notwendig, die Rentenpolitik an der Lebenswirklichkeit der Menschen auszurichten, sagte SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles der Frankfurter Rundschau. „Glaubwürdig ist die Wortmeldung von Horst Seehofer aber trotzdem nicht“, betonte Nahles. „Wenn er es ernst meinte, hätte er das Jahr 2011 nutzen müssen, um die schrittweise Anhebung des Rentenalters auf 67 ab dem 1. Januar 2012 in der Koalition zu verhindern.“

So aber produziere er nur Streit, ohne etwas für ältere Arbeitnehmer zu tun. „Das ist scheinheilig“, meinte Nahles. In der Sache allerdings stützte sie Seehofer. Es gebe zu wenig Chancen für über 60-Jährige auf dem Arbeitsmarkt. „Eine starre Rente mit 67 läuft deshalb derzeit auf eine Rentenkürzung hinaus.“

Genau davor hatte Seehofer gewarnt. Die Beschäftigungsmöglichkeiten für Ältere müssten deutlich besser werden, so Seehofer in einem Interview. Sonst käme der spätere Beginn der regulären Rente einer Leistungskürzung gleich – und die sei mit ihm nicht zu machen.

Wirtschaft: Rente mit 67 ist "unverzichtbar"

Damit löste er in- und außerhalb der Koalition Irritationen aus. Vor allem die Wirtschaft mahnt das schwarz-gelbe Regierungsbündnis, Kurs zu halten. „Die Rente mit 67 ist unverzichtbar, um die Finanzierbarkeit der Renten zu sichern“, heißt es in einer Erklärung der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA). Die schrittweise Anhebung des Rentenalters sei auch zumutbar.

Ältere Arbeitnehmer seien heute meist fit genug, um länger erwerbstätig zu sein. Zudem hätten die Betriebe längst auf die veränderte demografische Lage reagiert. So habe sich die Zahl der sozialversicherungspflichteigen Beschäftigten im Alter von 60 bis 64 Jahren in den letzten zehn Jahren auf über 1,2 Millionen verdoppelt, erklärte die BDA. Ähnlich äußerte sich Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU).

Auch die FDP nutzte die Gelegenheit, kurz vor dem für die Partei wichtigen Dreikönigstreffen die verbliebene Anhängerschaft zu mobilisieren. Es mache keinen Sinn, eine gerade erst in Kraft getretene Reform „schon zu ihrem Start wieder infrage zu stellen“, betonte die stellvertretende Parteivorsitzende Birgit Homburger.


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Rente mit 67 greift ab Jahrgang 1964

Von diesem Jahr an steigt schrittweise das Alter, ab dem Arbeitnehmer abschlagfrei in Rente gehen können. Der Jahrgang 1964 wird der erste sein, bei dem die Rente mit 67 voll greift.

Für Kanzlerin Angela Merkel (CDU) kommt die Diskussion zur Unzeit. In Europa macht sie Druck für längere Lebensarbeitszeiten und preist Deutschland als Vorbild an. Da wirkt es wenig überzeugend, wenn die eigenen Leute in der Heimat die Reform in Frage stellen.

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