Die Renditen deutscher Riester-Renten werden auch durch das Geschäft mit Streubomben erwirtschaftet. Mindestens 21 Anbieter der öffentlich geförderten „Riester-Fonds“ haben rund 500 Millionen Euro in die Hersteller der international geächteten Waffen investiert.
Zu diesem Ergebnis kommt eine Untersuchung der Nichtregierungsorganisation „Facing Finance“, die am Freitag in Berlin vorgestellt wurde. „Die erschreckenden Rechercheergebnisse lassen nur einen Schluss zu“, sagte Barbara Happe von der Initiative: Die staatliche Zertifizierung von Riester-Produkten müsse ein „Investment in völkerrechtswidrige Waffen ausschließen“. Die Bundesregierung unterstütze aber die „tödlichen Investments“ im Rahmen der Riester-Förderung mit Steuergeld und bezeichne diese als legal. Gegen eine derartige Verwendung von Riester-Mitteln wandte sich auch der Vater dieser Altersvorsorge, Ex-Arbeitsminister Walter Riester (SPD), der bei der Präsentation der Zahlen anwesend war.
Nach den Recherchen investieren deutsche Banken und Versicherer rund 1,3 Milliarden Euro in die Produzenten von Streumunition, die als geächtete Terrorwaffe gilt, weil sie unterschiedslos Soldaten und Zivilisten tötet und ganze Regionen auch nach Kriegen unbewohnbar macht.
Unangefochtener Spitzenreiter bei den Investitionen in Streubombenhersteller ist laut „Facing Finance“ die Deutsche Bank Group mit einem Investment von 975 Millionen Euro, bestehend aus Anleihen, Krediten und anderen Finanzdienstleistungen. An zweiter Stelle folge die UniCredit Group/HypoVereinsbank, die nahezu 225 Millionen Euro in die Rüstungshersteller investiert habe. Die Deutsche Bank teilte mit, sie tätige keine Geschäfte „in direktem Zusammenhang“ mit den genannten Waffenarten.
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