Nach der Einigung auf längere Laufzeiten für Atomkraftwerke hat Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) seinen Willen bekräftigt, die Entsorgungsfrage zu lösen. Dazu habe er die Erkundung im möglichen Atommüllendlager Gorleben wiederaufnehmen lassen, sagte Röttgen in den „ARD-Tagesthemen“ am Montagabend. Anders als seine Vorgänger wolle er die Entsorgungsfrage „nicht einfach unseren Kindern ungelöst vor die Füße schütten“. Er sehe sich „in der Pflicht, dieses Problem zu lösen“.
Durch die Laufzeitverlängerung zusätzlich entstehender Atommüll sei dabei „vom Volumen her nicht das Problem“, sagte Röttgen. „Die Masse des zu entsorgenden Mülls folgt natürlich aus dem Rückbau stillgelegter Kernkraftwerke.“ Im Salzstock Gorleben soll ein Endlager für hochradioaktiven Atommüll entstehen, die Entscheidung darüber wird aber erst in etlichen Jahren fallen. Röttgen betonte am Montag, der Ausgang der Erkundung sei weiter offen.
Union und FDP hatten am Montag beschlossen, die Laufzeiten der deutschen Atomkraftwerke um durchschnittlich zwölf Jahre zu verlängern. Bis 1980 gebaute Akw sollen acht Jahre länger laufen, neuere Akw 14 Jahre. Im Gegenzug sollen die Akw-Betreiber neben der bereits beschlossenen Brennelementesteuer in den kommenden Jahren insgesamt rund 15 Milliarden Euro für den Ausbau erneuerbarer Energien zahlen. (afp)
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