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27. Juli 2010

Rom: Kirche feuert schwulen Theologen

 Von 
David Berger outet sich.  Foto: privat

Nach seinem Outing in der FR entlässt die Päpstliche Akademie den Dozenten David Berger.

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Zahlen

In Deutschland liegt der Anteil Homosexueller an der Gesamtbevölkerung bei vier Prozent, in Großstädten bei zehn. Experten gehen für den katholischen Klerus von einem deutlich höheren Prozentsatz aus. Ausbilder in katholischen Priesterseminaren sprechen beim Priesternachwuchs von bis zu 50 Prozent.

Am 23. April outete sich der katholische Theologe David Berger in der Frankfurter Rundschau: „Ich darf nicht länger schweigen“.

Wegen des Bekenntnisses zu seiner Homosexualität ist der katholische Theologe David Berger aus der Päpstlichen Akademie des heiligen Thomas von Aquin in Rom ausgeschlossen worden. Bergers Einstellungen zu „einigen Punkten der kirchlichen Lehre“ ließen eine weitere Lehrtätigkeit nicht mehr zu. „Mit tiefem Schmerz“ und Entsetzen hätten die Dozenten Bergers Wandel und seine gegenwärtigen „Auffassungen“ vernommen, heißt es in einem Entlassungsschreiben des Akademiepräsidenten Lluis Clavell, der dem Führungskader des Opus Dei angehört.

Berger hatte sich Ende April in der Frankfurter Rundschau geoutet. Er warf der katholischen Kirche eine „heuchlerische, bigotte“ Haltung zur Homosexualität vor und beklagte die „sektenhafte Zunahme homophober Tendenzen im Katholizismus“. Berger forderte zugleich eine Neubewertung der Homosexualität.

Nur auf Bekenntnis gestützt

Seine Ämter als Herausgeber und Chefredakteur der Zeitschrift Theologisches, der wichtigsten Publikation des erzkonservativ-reaktionären Katholizismus in Deutschland, legte der 42-Jährige nieder. Damit kam er offenbar seiner Entlassung durch die Aufsichtsgremien der Zeitschrift zuvor. Auf Anfrage kritisierte der habilitierte Theologe, die dem Vatikan angegliederte Thomas-Akademie stütze sich für seinen Ausschluss lediglich auf die von ihm vertretenen Positionen und auf das öffentliche Bekenntnis zu einer homosexuellen Veranlagung. Für eine moralische und rechtliche Bewertung sei es nach kirchlicher Lehre dagegen einzig entscheidend, ob ein Homosexueller seine Veranlagung auslebt. Nach einer etwaigen homosexuellen Praxis hätten sich weder Clavell noch ein anderer Offizieller der Thomas-Akademie bei ihm erkundigt, so Berger. Sein Beitrag für die Frankfurter Rundschau lässt die Frage seiner persönlichen Lebensführung erkennbar offen.

Der „Katechismus der Katholischen Kirche“ von 1992 verbietet homosexuelle Handlungen strikt. Sie verstießen gegen das natürliche Sittengesetz. Gleichwohl sei homosexuell veranlagten Männern und Frauen „mit Achtung , Mitleid und Takt zu begegnen“, heißt es weiter. „Man hüte sich, sie in irgendeiner Weise ungerecht zurückzusetzen.“

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