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24. Januar 2014

Roma im Kosovo: Abschiebung ins Elend

 Von 
Zwei Roma im Kosovo, die aus Deutschland abgeschoben wurden.  Foto: FR

Deutschland schiebt jedes Jahr Hunderte Roma in den Kosovo ab. Dort leben sie nicht nur in ärmlichsten Verhältnissen, sondern werden auch stark angefeindet.

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In Frankreich hatte der Fall einen Sturm der Entrüstung ausgelöst und brachte sogar Präsident Francois Hollande in Bedrängnis: Die brachiale Abschiebung eines Roma-Mädchens und ihrer Familie zurück in den Kosovo. Weitgehend unbemerkt von der Öffentlichkeit werden auch in Deutschland verstärkt hier lebende Roma zurück in den Kosovo abgeschoben, nach Ansicht der Linksfraktion ist das für die meisten von ihnen eine Rückkehr ins Elend.

Aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linken geht hervor, dass in den vergangenen zwei Jahren fast 850 Menschen in den Balkanstaat ausgewiesen wurden, fast die Hälfte davon waren Roma. Insgesamt hatten die Behörden demnach 2.221 Abschiebungsaufträge erteilt, drei Viertel betrafen Angehörige der Minderheit. Die meisten von ihnen tauchten indes unter.

„Die Roma mit Abschiebungsandrohungen in die Illegalität zu drängen ist keine Lösung, sondern eine Katastrophe, in erster Linie für die Betroffenen, aber auch für die Gesellschaft“, kritisierte Linksabgeordnete Ulla Jelpke in der Frankfurter Rundschau. Sie empört sich vor allem darüber, dass viele Roma gehen müssen, obwohl sie hier verwurzelt sind. So lebte jeder sechste der Betroffenen nach Angaben der Bundesregierung seit mehr als 14 Jahren in Deutschland, viele davon sind Kinder und Jugendliche. Flüchtlingsorganisationen beklagen, dass die Roma im Kosovo wie kaum eine andere ethnische Minderheit von Diskriminierung betroffen seien.

Es fehlt am Allernötigsten

 „Den Abgeschobenen fehlt es oft am Allernötigsten, in vielen Fällen sind noch nicht mal zeitnahe Unterbringung und Ernährung gesichert”, kritisierte der Sozialwissenschaftler Stephan Dünnwald schon 2012, nachdem er und Vertreter von Flüchtlingsorganisationen eine Delegation des niedersächsischen Landtags in den Kosovo begleitet hatten.

Einer Unicef-Studie zufolge besuchen 70 Prozent der abgeschobenen Roma-Kinder, von denen viele gar kein albanisch sprechen, im Kosovo keine Schule mehr. Jelpke fordert deshalb eine humanitäre Bleiberechtsregelung für die Roma, „denen im Kosovo das nackte Elend, systematische Ausgrenzung und erneute Vertreibung drohen“.

Die Bundesregierung hatte 2010 gegen heftige Kritik ein Rücknahmeübereinkommen mit der von Serbien abgespaltenen Republik abgeschlossen, wonach pro Jahr 2500 Flüchtlinge zurückgeschickt werden können. Inzwischen leben nach Angaben der Bundesregierung noch knapp 7000 Kosovo-Roma in Deutschland, drei Jahre zuvor waren es noch 10.000.

Fast 40 Prozent sind jünger als 18 Jahre alt. Angesichts des trostlosen Schicksals, das vor allem die Roma im Kosovo erwartet, nahm nur ein verschwindend geringer Teil sogenannte Rückkehrhilfen an und ging freiwillig zurück in die alte Heimat: In den letzten beiden Jahren waren es gerade 35 Roma.

 

 

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